Befürchtetes Verkehrschaos ausgeblieben

Die Organisatoren des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests haben am Samstagabend eine positive Zwischenbilanz gezogen. In den ersten anderthalb Tagen pilgerten rund 145'000 Besucherinnen und Besucher ans Fest.
27.08.2016 19:51

Das erwartet Verkehrschaos blieb bislang aus. Das Verkehrskonzept habe sich bewährt, betonten Vertreter des Organisationskomitees am Samstagabend vor den Medien. Am Freitag und Samstag kam es insgesamt zu rund zwei Dutzend Verkehrsunfällen, die meisten davon gingen glimpflich aus. Am Samstag gab es zwei leicht Verletzte.

Er sei glücklich, sagte OK-Präsident Albert Bachmann am Samstagabend vor den Medien auf dem Festgelände. Alles sei bisher gut gelaufen.

Isabelle Emmenegger, Direktorin von Estavayer 2016, gab weiter bekannt, dass nicht nur Deutschschweizer ans "Eidgenössische" kämen, sondern auch sehr viele Romands. Trotz Boom hatte bisher das Schwingen in der Romandie noch nicht ganz die gleiche Bedeutung wie ennet der Saane.

In den ersten anderthalb Tagen kamen 145'000 Besucher auf das weitläufige Festgelände. Insgesamt erwarten die Organisatoren für alle drei Festtage rund 250'000 Besucher.

Das "Eidgenössische" in Estavayer ist eine regelrechte Hitzeschlacht: in den sieben Sägemehlringen ebenso wie ausserhalb der Arena. Regelmässig werden die Besucher über Lautsprecherdurchsagen angehalten, genügend Wasser zu trinken und sich vor der Sonne zu schützen.

Die Schwingfestbesucher ertrugen Hitze und lange Warteschlangen am Mittag vor den Essensständen mit Geduld und Humor. Jeder noch so kleine Schattenplatz unter Zelten, Schirmen, ja sogar unter Festbänken, war begehrt.

Die Hitze bescherte auch den Sanitätsdiensten auf dem Platz Arbeit. Am Freitag mussten sie 223 Einsätze leisten, am Samstag 317. Ein Grossteil der Patienten hatte Schwächeanfälle erlitten. Auch Knochenbrüche waren zu behandeln. In den allermeisten Fällen hätten sich die Sanitäter aber nur um Bagatellfälle kümmern müssen.

Angrenzend an das Schwingfest entstand ein riesiger Campingplatz, wo 23'000 Personen übernachten. Die temporäre Zeltstadt habe fast doppelt so viele Einwohner wie der nahegelegene Ort Payerne, führte Emmenegger aus.

In der 52'000-plätzigen Arena griffen am Samstagmorgen erstmals die Schwinger zusammen. Dabei setzten sich Jungspunde, wie der Bündner Armon Orlik bestens in Szene. Der eine oder andere "Böse" musste aber Federn lassen, so etwa der Schwingerkönig von 2010, der Berner Oberländer Kilian Wenger.

Auch der amtierende Schwingerkönig, Matthias Sempach, musste zunächst "beissen". Dann aber fand der Berner in den Wettkampf zurück und bodigte im vierten Gang den bis dahin dominierenden Orlik.

Ein weiterer Mitfavorit, der wuchtige Seeländer Christian Stucki, siegte nach seinem Fehlstart genau wie Sempach dreimal in Folge. Keiner der Schwinger überstand den ersten Wettkampftag ungeschoren und so bleibt die Ausgangslage für Sonntag bleibt also spannend.

Die Hitze setzte am Samstag auch den gestandenen Schwingern zu. Die meisten scharten sich um die drei in der Arena aufgestellten Holzbrunnen, um sich etwas Kühlung zu verschaffen.

Unter die Zuschauer mischte sich am Samstag auch Prominenz. So stattete etwa Bundesrat Guy Parmelin dem Schwingfest einen Besuch ab. Und auch Rad-Olympiasieger Fabian Cancellara machte den "Bösen" eine Aufwartung.

Wer kein Ticket in der über 52'000-plätzigen Arena ergattert hatte, verfolgte das Geschehen in den Public Viewing Zonen auf dem Festgelände. Dort wie in der Arena wurde heftig gefachsimpelt - auf Deutsch und Welsch oder beides durcheinander.

Nebst den Schwingern waren auch die Steinstösser und die Hornusser am Werk. Die Zuschauertribüne bei den Steinstössern war stets gut gefüllt. Der Final mit dem 83,5 Kilogramm schweren Unspunnenstein wird am Sonntag in der grossen Broye-Arena ausgetragen.

Einmal am Morgen und am Nachmittag drehten die sogenannten Lebendpreise eine Runde in der Broye-Arena. Lebendpreise sind Tiere, die die siegreichen Schwinger gewinnen. Traditionsgemäss erhält der Schwingerkönig jeweils einen schönen Stier. Der diesjährige "Siegermuni" heisst "Mazot de Cremo". In seinem Gefolge stolzierten Freiberger-Fohlen und Rinder durch die Arena.

(SDA)