Belastete Parzellen werden in Raron VS von Quecksilber befreit

Im Wallis hat die Sanierung der durch Quecksilber verschmutzten Grundstücken in Wohnquartieren von Raron und Visp begonnen. Betroffen sind 99 Grundstücke. Es könnten aber noch weitere dazu kommen.
22.11.2017 12:23

Nach Pilotsanierungen in Raron und Visp sowie der Erteilung der Baubewilligung haben am Mittwoch die Sanierungsarbeiten unter der Verantwortung der Lonza begonnen. Diese Etappe sei ein wichtiger Schritt in der Bewältigung des Quecksilberdossiers, sagte der Chef der Dienststelle für Umwelt, Joël Rossier, am Mittwoch bei einer Baustellenbesichtigung.

Die Massnahmen werden von der Firma Lonza ohne Anerkennung einer Rechtspflicht vorfinanziert und ausgeführt. Das erste von den Arbeiten betroffene Quartier befindet sich bei Turtig in der Gemeinde Raron. Betroffen sind dort acht Parzellen mit einer Gesamtfläche von 4000 Quadratmetern.

Das Material, das dort beseitigt wird, weist durchschnittliche Quecksilberkonzentrationen von 20 Milligramm pro Kilogramm Erde auf, der Maximalwert liegt bei 80 Milligramm pro Kilogramm.

Die Sanierungsarbeiten werden laut dem Kanton rund zwei Monate dauern. Im nächsten Frühjahr folgt die Sanierung weiterer Quartiere in Visp und in Raron. Die Besitzer der sanierungsbedürftigen Parzellen müssen sich nicht an den Kosten beteiligen. Beim Abschluss der Sanierungsarbeiten werden die betroffenen Parzellen aus dem Kataster der belasteten Standorte gelöscht.

Um die spezifischen Massnahmen für jede einzelne Parzelle festzulegen, haben die Besitzer der 99 sanierungsbedürftigen Parzellen einen Sanierungsvertrag unterzeichnet.

Die genaue Zahl an sanierungsbedürftigen Parzellen kann noch ändern. Der Kanton Wallis hat im Februar 2017 nämlich noch Zusatzuntersuchungen auf rund hundert Parzellen verlangt.

Unabhängige Kontrollen durch die Dienststelle für Umwelt sollen sicherstellen, dass die Sanierungsziele erreicht werden. Zudem werde überprüft, dass während der Aushubarbeiten kein mit Quecksilber verschmutzter Staub verstreut wird.

Die Quecksilberbelastung betrifft neben dem Siedlungsgebiet auch grosse Teile der Landwirtschaftszone in der Region. Die Belastungswerte zeigen dort sehr starke Unterschiede. Auch auf diesen Flächen hat der Kanton Zusatzabklärungen angeordnet, um die betroffenen Flächen besser bestimmen zu können.

Die Verschmutzung war Mitte 2010 bei Vorarbeiten für den Bau der Autobahn A9 entdeckt worden. Das Quecksilber stammt von der Lonza, die zwischen 1930 und 1970 den Grossgrundkanal mit industriellen Abwässern belastet hatte.

(SDA)