Bewaffnete stürmen TV-Sender in afghanischer Hauptstadt Kabul

Bewaffnete haben am Dienstag einen Fernsehsender in Kabul gestürmt und mindestens eine Person getötet. Laut dem Reporter Faisal Saland, der durch einen Hinterausgang fliehen konnte, töteten die Angreifer den Wachmann und drangen ins Gebäude von Schamschad TV ein.
07.11.2017 09:50

"Sie begannen, Granaten zu werfen und zu schiessen", sagte er. Nach Angaben der Kabuler Polizei lieferten sich Sicherheitskräfte Feuergefechte mit den Bewaffneten.

"Die Sicherheitskräfte konnten eine grosse Zahl der Mitarbeiter von Schamschad TV retten", sagte Polizeisprecher Basir Mudschahid. "Ersten Erkenntnissen zufolge wurde mindestens ein Wachmann getötet." Der Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, sagte, drei Angreifer seien an dem Angriff beteiligt gewesen. "Die Sicherheitskräfte konnten einen von ihnen überwältigen, der Einsatz dauert an."

Der Journalist Saland sah nach eigenen Angaben auf Überwachungskameras, wie drei Angreifer ins Gebäude eindrangen. Seinen Angaben zufolge dauerte der Angriff an. Sicherheitskräfte seien angerückt, um die Bewaffneten zu stoppen. "Viele meiner Kollegen sind noch im Gebäude", sagte Saland.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP sah, wie Sicherheitskräfte zwei Mitarbeitern des Senders zur Flucht verhalfen. Immer wieder waren Schüsse aus dem Gebäude zu hören, immer mehr Sicherheitskräfte kamen hinzu. Die Angreifer waren demnach schwer bewaffnet und setzten auch Panzerfäuste ein.

Der Sprecher der radikalislamischen Taliban, Sabiullah Mudschahid, erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, seine Gruppe sei nicht für den Angriff verantwortlich. Kabul wurde in den vergangenen Wochen von mehreren tödlichen Attacken erschüttert.

Die sunnitisch ausgerichtete Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Angriffe auf schiitische Moscheen und auf Militäreinrichtungen in Afghanistan verstärkt. Ende Oktober setzte der IS ein Kind für ein Selbstmordattentat ein.

Schamschad TV sendet landesweit in paschtunischer Sprache. Wegen des Angriffs wurde die laufende Sendung abgebrochen.

(SDA)