Börsen gehen wieder auf Talfahrt - Politische Unruheherde belasten

In Europa haben die Aktien nach der zwischenzeitlichen Beruhigung der Vorwoche wieder den Rückwärtsgang eingelegt. In der Schweiz und an anderen wichtigen Börsenplätzen in Europa fallen die massgeblichen Indizes im frühen Geschäft um 1 Prozent und mehr zurück.
23.10.2018 11:16

Schon die Vorgaben aus den USA und auch aus Asien waren klar negativ.

Die Stimmung bleibt damit wie über die vergangenen Tage von erhöhter Nervosität geprägt, was sich in einer weiterhin stärkeren Volatilität äussert. Das Börsensentiment wird gleichzeitig von verschiedenen Entwicklungen belastet. So sorgt die Tötung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi weiterhin für erhöhte globale Spannung. Sogar US-Präsident Trump hat sich zuletzt unzufrieden gezeigt mit der offiziellen Erklärung Saudi-Arabiens.

Trumps Ankündigung eines Ausstiegs aus einem Abrüstungsvertrag bzw. seine Drohung mit einer nuklearen Aufrüstung gegenüber Russland und China sind zwar noch keine Kriegserklärung, lassen aber lebhaft die Erinnerungen älterer Marktteilnehmer an den jahrzehntelangen kalten Krieg in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wieder aufkommen.

Auf konjunktureller Ebene haben sich zudem zuletzt die Sorgen vor einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft verstärkt, was auch viele Unternehmen in Europa und den USA spüren würden. Und die Ängste wegen der hohen Verschuldung Italiens beschäftigen die Marktteilnehmer ebenfalls weiterhin. Im laufenden Streit zwischen Italien, das sich bislang uneinsichtig zeigt, und der EU, berät am heutigen Dienstag die EU-Kommission die umstrittenen italienischen Budgetpläne.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 10.30 Uhr 1,33 Prozent auf 8'748 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt gar um gut 2 Prozent nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um rund 1,5 Prozent. Über 2 Prozent büsst der deutsche DAX ein, der britische FTSE 100 rund 1 Prozent und der französische CAC gut 1,5 Prozent.

Das schwache Börsenumfeld führt dazu, dass Unternehmenszahlen, die auch nur auf die leiseste Art enttäuschen, mit starken Kursabschlägen quittiert werden. So sacken AMS wegen eines als vorsichtig eingestuften Ausblicks um rund 23 Prozent ab. Jeweils nach Zahlen brechen auch Schindler und Logitech um je über 6 Prozent ein. Im breiten Markt trifft es GAM mit einem Minus von 16 Prozent empfindlich.

(SDA)