Aktien Asien: Gewinnmitnahmen und Ölpreise belasten - MSCI-Aufnahme stützt China

Die wichtigsten asiatischen Börsen sind am Mittwoch der Wall Street ins Minus gefolgt. Der jüngste Ölpreis-Rutsch drückte auf die Kurse zahlreicher Energiekonzerne in der Region. In China wurde unterdessen die Aufnahme von A-Aktien in den viel beachteten Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets als Durchbruch bei der Annäherung an die internationalen Finanzmärkte gefeiert.
21.06.2017 10:22

Der Rutsch beim Ölpreis habe dafür gesorgt, dass einige Investoren Gelder aus Asien abzögen, um sie in als sichererer geltenden Anlagen zu parken, sagte ein Marktbeobachter. Zu den grösseren Verlierern gehörten China Petroleum & Chemical Corp, deren Aktien in Hongkong knapp 2,7 Prozent nachgaben. Origin Energy verloren in Sydney rund 3,2 Prozent.

Die Börse in Tokio beendete ihre dreitägige Gewinnserie, auch belastet vom wieder anziehenden Yen. Der Leitindex Nikkei 225 rutschte bis Handelsschluss um 0,45 Prozent auf 20 138,79 Punkte ab. Die Schwäche der heimischen Währung hatten in den vergangenen Tagen noch die Kurse gestützt, da sie die Aussichten der Exportnation verbesserte. Der Nikkei 225 war in der Folge auf ein 22-Monatshoch gestiegen. Einige Marktteilnehmer dürften die Gelegenheit nun auch für Gewinnmitnahmen genutzt haben, sagte ein Börsianer. Der japanlastige Sammelindex Stoxx 600 Asia Pacific gab zuletzt 0,70 Prozent auf 150,81 Punkte nach.

Aufwärts ging es dagegen an den Festlandbörsen in China. Der CSI-300-Index , der die grössten Werte an den Börsen in Shanghai und Shenzhen umfasst, kletterte um 1,17 Prozent auf 3587,96 Punkte. Die Nachricht von der Aufnahme von A-Aktien in den MSCI Emerging Markets kam dort zwar gut an, einige Beobachter reagierten aber auch verhalten: Kurzfristig könne die Aufnahme nur bestenfalls als symbolischer Schritt gesehen werden, sagte ein Börsianer, da die A-Aktien erst im kommenden Jahr in den Index aufstiegen.

Die Entscheidung von MSCI gilt als Durchbruch für Peking. Sie ist vor allem deshalb viel beachtet, weil der US-amerikanische Indexanbieter die Aufnahme bereits drei Mal abgelehnt hatte, unter anderem wegen des begrenzten Kapitalmarktzugangs für Ausländer und wegen Bedenken angesichts der häufigen Unterbrechungen beim Aktienhandel an den chinesischen Börsen. Peking hat inzwischen aber zahlreiche Reformen umgesetzt, um das zuvor abgeschottete Finanzsystem des Landes den Weltmärkten stärker zu öffnen.

In der Sonderverwaltungszone Hongkong, wo ausländische Investoren bereits jetzt uneingeschränkt handeln können, zeigten sich die Anleger wenig beeindruckt: Der Hang-Seng-Index schloss sich dem schwachen Trend der Region an und rutschte um 0,56 Prozent auf 25 698,73 Punkte ab.

Besonders belastete der Rutsch bei Energietiteln die Börse in Sydney: Der australische ASX-200-Index verlor 1,59 Prozent auf 5665,72 Zähler. Im indischen Mumbai, stand der noch länger gehandelte Sensex-Index zuletzt mit 0,26 Prozent im Minus bei 31 2215,99 Punkten./tav/das

(AWP)