Aktien Asien: Japan profitiert von Yen-Rückfall - Samsung erholt sich

An den asiatischen Aktienmärkten bleiben die Augen auch an diesem Donnerstag auf die USA gerichtet. Viele Anleger warteten weiter gespannt auf die Amtseinführung von Donald Trump als künftiger neuer US-Präsident und blieben eher vorsichtig. In China etwa standen trotz der jüngsten Stabilisierungsversuche der Regierung am Ende des Handelstages leichte Verluste auf der Anzeigetafel. In Japan schloss die Börse aber dank des weiter geschwächten Yen mit Gewinnen. Der japanlastige Stoxx Asia Pacific kletterte zuletzt moderat um 0,12 Prozent auf 178,35 Punkte. In Korea sorgte die richterliche Ablehnung eines Antrags auf Haftbefehl gegen den inoffiziellen Chef des südkoreanischen Mischkonzerns Samsung für Aufsehen.
19.01.2017 10:32

In Japan blieb vor allem die Rede von US-Notenbank Chefin Janet Yellen vom Vortag nicht ohne Wirkung. Yellen hatte die Fortsetzung der Zinswende mit mehrmaligen Anhebungen pro Jahr in Aussicht gestellt und sieht gleichzeitig die US-Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs. Das stärkte den US-Dollar weiter, wobei die Anleger im Umkehrzug derzeit als sichere Häfen geltende Währungen wie den japanischen Yen wieder verlassen.

Am japanischen Aktienmarkt wirkte sich dies wie schon am Vortag auch am Donnerstag günstig aus, da eine schwächere Heimatwährung die Exportchancen der Unternehmen begünstigt. Der Leitindex Nikkei 225 an der Tokioter Börse konnte die Marke von 19 000 Punkten zurückerobern und schloss um 0,94 Prozent fester bei 19 072,25 Zählern.

Unter den Einzelwerten standen unterdessen insbesondere Toshiba im Blick. Der ohnehin bereits im vergangenen Jahr durch einen Bilanzskandal erschütterte Konzern muss in seinem US-Atomgeschäft laut Medienberichten wahrscheinlich noch höhere Verluste einstecken als ursprünglich gedacht. Hatte Toshiba Ende Dezember noch von Wertberichtigungen in Höhe von 500 Billionen Yen gesprochen, könnte das Minus sich nun auf 700 Millionen Yen (rund 5,8 Mrd Euro) belaufen. Die Aktie des Konzerns fiel mit knapp 16 Prozent Kursverlust auf ihr niedrigstes Niveau seit Mai zurück - zwischenzeitig hatte sie sogar ein Viertel an Wert verloren.

In China beendete der CSI 300, in dem die wichtigsten Unternehmen des Festlands gelistet sind, den Handel nach zwei positiven Tagen mit einem kleineren Minus von 0,30 Prozent auf 3329,29 Punkte. Chinas Aktienmärkte sind seit Dezember unter Druck. Derzeit unternimmt die chinesische Notenbank verstärkt Versuche, den Handel mit reichlich Geldspritzen zu stabilisieren. Beobachter berichteten aber auch über umfangreiche Interventionen an den Anleihe- und Devisenmärkten.

Auch in der Sonderverwaltungszone Hongkong ging es etwas abwärts: Dort gab der Hang-Seng-Index um 0,21 Prozent auf 23 049,96 Punkte nach. Am deutlichsten erwischte es in China die Energie- und Bergbaukonzerne, die unter gesunkenen Öl- und Goldpreisen litten

An der Börse in Südkorea konnte sich die Samsung-Aktie von ihren jüngsten Verlusten erholen und legte um mehr als 2 prozent zu. Schub gab die Nachricht, dass ein Gericht einen Antrag auf Haftbefehl gegen den inoffiziellen Chef des Mischkonzerns Lee Jae Yong abgelehnt hatte. Südkoreas grösster Konzern begrüsste die Entscheidung: "Wir würdigen die Tatsache, dass ein Sachurteil in diesem Fall ohne die Notwendigkeit einer Verhaftung gefällt werden kann." Lee Kun Hee, verliess am frühen Morgen (Ortszeit) die Haftanstalt, in der er die Nacht über auf die Entscheidung des Gerichts hatte warten müssen. Hintergrund für die Ermittlungen gegen den Manager sind Korruptionsvorwürde im Zusammenhang mit dem Polit-Skandal um Präsidentin Park Geun Hye.

An der Börse im australischen Sydney kletterte der ASX 200 unterdessen um 0,24 Prozent auf 5692,18 Punkte. Im indischen Mumbai stand der länger gehandelte Sensex-Index zuletzt 0,12 Prozent höher bei 27 289,26 Punkten./tav/fbr

(AWP)