Aktien Asien: Weiter aufwärts - Anleger setzen auf die Notenbanken

TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY/MUMBAI (awp international) - An den asiatischen Börsen ist es am Freitag weiter aufwärts gegangen. Der Brexit-Schock scheint erst einmal verdaut und die Hoffnung auf frische Impulse der Notenbanken beruhigt die Anleger. Der japanlastige Sammelindex Stoxx 600 Asia/Pacific stieg zuletzt um 0,55 Prozent auf 157,79 Punkte.
01.07.2016 10:05

In Tokio legte der Leitindex Nikkei-225-Index zum Handelsschluss um 0,68 Prozent auf 15682,48 Punkte zu. Damit hat das Barometer gut die Hälfte des Verlustes nach dem Brexit-Schock wieder aufgeholt. Tagessieger im Nikkei waren die Aktien von Sumitomo Dainippon Pharma mit plus 6,28 Prozent.

Die Preisentwicklung in Japan bleibt jedoch trotz aller Bemühungen der Zentralbank ein Problem. Weil die Verbraucherpreise im Mai weiter gefallen sind, nimmt der Druck auf die japanischen Währungshüter zu, ihren Kurs noch weiter zu lockern. Die Inflation soll dadurch angekurbelt werden. Stagnierende oder gar sinkende Preise können Volkswirtschaften lähmen, da sich zum Beispiel die Verbraucher in Erwartung weiter fallender Kosten mit Anschaffungen zurückhalten könnten und Unternehmen Investitionen möglicherweise aufschieben oder Arbeitsplätze abbauen. Dann droht eine Abwärtsspirale sinkender Preise. Die japanische Notenbank versucht seit geraumer Zeit, mit einer extrem lockeren Geldpolitik die Inflation stärker anzuschieben.

In China ging der CSI-300-Index mit plus 0,01 Prozent auf 3154,20 Punkte praktisch unverändert aus dem Handel. Kräftige Kursgewinne von rund 5 Prozent verzeichneten die Papiere von Shandong Gold Mining. Verluste gab es bei Aktien von Medienkonzernen.

Die Stimmung in der chinesischen Wirtschaft hat sich spürbar verschlechtert. Der vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" ermittelte Einkaufsmanagerindex für das herstellende Gewerbe war im Juni so schnell wie seit vier Monaten nicht mehr gefallen. Es war zudem mit einem Minus von 0,6 Punkten zum Vormonat der dritte monatliche Rückgang in Folge. Analysten hatten grösstenteils nicht mit einem Rückgang gerechnet. Die Daten deuten laut Experten darauf hin, dass das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft im zweiten Quartal zurückgehen wird.

Seit dem Brexit-Votum hat sich der CSI-300-Index, der die Entwicklung der 300 grössten Aktienwerte der Festlandbörsen in Shenzhen und Shanghai abbildet, allerdings vergleichsweise gut geschlagen. Nachdem er am Tag der Bekanntgabe des britischen Wahlergebnisses für den EU-Austritt deutlich nachgegeben hatte, legte er an den darauffolgenden Tagen kontinuierlich zu.

Anders verhielt es sich in Hongkong, wo der Hang-Seng-Index erst zur Wochenmitte zu einer Erholung angesetzt hatte. In Hongkong können auch ausländische Anleger uneingeschränkt handeln. Die Entwicklung dort korreliert stärker als an den festlandchinesischen Handelsplätzen mit den westlichen Börsen. An diesem Freitag blieb die Börse in Hongkong jedoch wegen eines Feiertags geschlossen.

Der australischen Leitindex ASX-200-Index verabschiedete sich in Sydney mit einem Plus von 0,25 Prozent auf 5246,60 Punkte ins Wochenende. Der indische Sensex-Index in Mumbai rückte zuletzt um 0,75 Prozent auf 27 203,54 Punkte vor./ajx/fbr

(AWP)