Aktien Asien: Zumeist Kursverluste zu Wochenbeginn - Japan aber im Plus

TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY/MUMBAI (awp international) - Die Sorge vor einer raschen Zinserhöhung in den USA hat die meisten asiatischen Börsen am Montag belastet. Vor allem an den Handelsplätzen in Festlandchina ging es mit den Kursen nach unten. Höhere US-Zinsen würden die Attraktivität von Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren wie etwa Anleihen schmälern und könnten zudem Kapital aus den Schwellenländern in die USA umleiten. Lediglich die Börsen in Tokio und Hongkong stemmten sich gegen den negativen Trend.
22.08.2016 10:32

Ansonsten jedoch überwogen die Minuszeichen. Wenige Tage vor dem Treffen der US-Notenbanker in Jackson Hole deuteten Anleger die jüngsten Aussagen der Währungshüter eher dahingehend, dass eine rasche Leitzinserhöhung weiter möglich sei. So geht der Vize-Chef der Notenbank, Stanley Fischer, davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in den USA in den kommenden Quartalen an Fahrt aufnehmen wird. Die Investitionen dürften sich erholen und die Inflation bewege sich ohne die stark schwankenden Nahrungsmittel- und Energiepreise in der Nähe der Marke von zwei Prozent.

Die Aussicht auf eine eventuell bald straffere Geldpolitik in den USA schmeckte vor allem den Anlegern an den chinesischen Festlandbörsen nicht: Der CSI-300-Index, der die Entwicklung der 300 grössten Aktienwerte der dortigen Handlesplätze abbildet, sank bis zum Handelsschluss um 0,84 Prozent auf 3336,79 Punkte.

In der Sonderverwaltungszone Hongkong, wo neben chinesischen auch ausländische Marktteilnehmer uneingeschränkt handeln dürfen, drehte der Hang-Seng-Index kurz vor Handelsschluss noch ins Plus und schloss 0,26 Prozent höher bei 22 997,91 Punkten. In der letzten Woche war das Börsenbarometer zwischenzeitlich über die Marke von 23 000 Punkten gestiegen und hatte damit den höchsten Stand seit November letzten Jahres erreicht.

In Australien büsste der ASX 200 0,21 Prozent auf 5515,10 Punkte ein. In Sydney gerieten vor allem Rohstoff- und Energiewerte unter Druck. Der indische Sensex-Index fiel bis zum späten Handel um 0,33 Prozent auf 27 985,02 Punkte.

Der Tokioter Leitindex Nikkei-225-Index hingegen arbeitete sich weiter nach oben vor und legte um 0,32 Prozent auf 16 598,19 Punkte zu. Der Chef der japanischen Notenbank, Haruhiko Kuroda, sieht Spielraum für eine weitere Senkung des Leitzinses, um die Konjunktur anzukurbeln. Insofern hatte sich der Yen etwas abgeschwächt, was dem Export hilft. Der japanlastige Sammelindex Stoxx 600 Asia/Pacific stieg um 0,30 Prozent auf 164,98 Punkte.

Die Papiere von Nippon Suisan Kaisha aber sackten dennoch am Nikkei-Ende um 12,76 Prozent ab. Der Nahrungsmittelhersteller will mit einer Kapitalerhöhung bis zu 16,8 Milliarden Yen einnehmen. Dies würde den Gewinn je Aktie der bisherigen Aktionäre deutlich schmälern, begründeten Börsianer den Kursrutsch./la/das

(AWP)