Aktien Europa: Anleger bleiben wegen Zinssorgen zurückhaltend

PARIS/LONDON (awp international) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch weiterhin keine klare Richtung gefunden. Vor dem Hintergrund der in den USA schwach gestarteten Berichtssaison und der Aussicht auf bald steigende Zinsen in der weltgrössten Volkswirtschaft wollten sich die Anleger wie schon in den vergangenen Tagen nicht klar positionieren.
12.10.2016 11:07

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone pendelte am Morgen in einer engen Spanne um seinen Schlusskurs vom Vortag. Zuletzt gab er moderat um 0,14 Prozent auf 3016,43 Punkte nach. Etwas klarer war das Bild bei den regionalen Leitindizes in London und Paris: Der französische CAC-40 verlor 0,31 Prozent auf 4458,01 Punkte und der britische FTSE 100 gab um 0,50 Prozent auf 7035,43 Punkte nach.

Enttäuschende Zahlen des Alukonzerns Alcoa hatten am Vorabend an der Wall Street für deutliche Verluste gesorgt. Das Unternehmen eröffnet traditionell die Berichtssaison und wird deshalb weltweit beachtet.

Angesichts der zuletzt gestiegenen Spekulation, dass die Fed im Dezember ihre Zinsen erhöhen könnte, blicken die Anleger nun gespannt auf das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed, das am Abend veröffentlicht wird.

Stärke zeigte am Mittwoch vor allem der Öl- und Gassektor, der 0,77 Prozent zulegte. Hilfreich war möglicherweise der über Nacht wieder gestiegene Ölpreis. Auch wenn sich die Ungewissheit, ob die Umsetzung einer vom Ölkartell Opec beschlossenen Förderkürzung gelingt, immer noch am Markt hielt, kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember am Morgen 21 Cent mehr als am Dienstag.

Der Technologiesektor hingegen büsste als Schlusslicht in der Sektortabelle 1,83 Prozent ein. Auf die Stimmung drückten hier ernüchternde Zahlen von Ericsson . Weil der schwedische Netzwerkausrüster immer tiefer in die Krise schlittert, brachen die Papiere in Stockholm um 16,25 Prozent ein. Wegbrechende Umsätze liessen das operative Ergebnis im Quartal in sich zusammensacken. Im Schlepptau dessen büssten auch die Nokia-Papiere als Schlusslicht im EuroStoxx 4,80 Prozent ein. Der finnische Konzern hatte im Januar den Ericsson-Konkurrenten Alcatel-Lucent übernommen.

In London büssten die Papiere von Fresnillo rund 2 Prozent ein, nachdem der Minenkonzern von einer im dritten Quartal verlangsamten Silberförderung berichtete. Das Unternehmen begründete dies mit Personalproblemen und Engpässen bei der Verfügbarkeit von Ausrüstungen./tih/das

(AWP)