Aktien Europa: Anleger halten sich nach starker Woche zurück

PARIS/LONDON (awp international) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben sich am Ende einer starken Woche in etwas schwächerer Form präsentiert. Gewinnmitnahmen in Reaktion auf einen weiteren mutmasslichen Terroranschlag in Frankreich hätten positive Konjunkturdaten aus China gegenübergestanden, hiess es aus dem Handel.
15.07.2016 11:24

Der EuroStoxx 50 verlor zuletzt 0,53 Prozent auf 2947,41 Punkte. Dennoch steuert der Leitindex der Eurozone damit auf einen Wochengewinn von mehr als 4 Prozent zu. Der CAC-40-Index in Paris sank am Freitag um 0,73 Prozent auf 4353,69 Punkte. Für den Londoner FTSE-100-Index ging es um 0,37 Prozent auf 6629,52 Zähler nach unten.

Im Reich der Mitte ist die Wirtschaft im zweiten Quartal um 6,7 Prozent gewachsen und damit genauso stark wie im ersten Vierteljahr. Auch die Industrieproduktion konnte einen Anstieg von 6,2 statt erwarteter 5,9 Prozent verzeichnen. "Die Chinesen befinden sich weiterhin in Shopping-Laune, die Einzelhandelsumsätze stiegen um mehr als zehn Prozent auf Jahressicht. Somit wächst China stärker als erwartet", kommentierte Aktienexperte Konstantin Oldenburger von CMC Markets.

Bankenwerte standen am Freitag mit plus 0,44 Prozent ganz oben im Branchentableau. Neben den starken Quartalszahlen der US-Grossbank JPMorgan vom Vortag wurde auch die wiederkehrende Risikofreude der Anleger als Grund für die Renaissance der Bankaktien genannt. Banken seien nun wieder besonders attraktiv, weil sie unter der Ungewissheit vor dem Brexit-Votum am meisten gelitten hätten, sagte Händler Markus Huber von City of London Markets.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Swatch mit einem Verlust von fast 12 Prozent im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Der Schweizer Uhrenkonzern kalkuliert für das erste Halbjahr mit einem Gewinneinbruch um bis zu 60 Prozent. Neben der verhaltenen Nachfrage nach Luxusuhren schmälern Swatch zufolge auch die hohen Personalkosten den Gewinn. Im Sog des Kursverfalls bei Swatch gingen auch andere europäische Luxusgüteraktien in die Knie: So verloren Richemont-Aktien knapp 4 Prozent und LVMH-Papiere mehr als 2 Prozent.

Die Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" kostet den britischen Ölkonzern BP insgesamt knapp 62 Milliarden US-Dollar. Die vorläufige Abrechung legte das Unternehmen am Donnerstagabend nach spürbaren Fortschritten bei den noch offenen Rechtsstreitigkeiten vor. Steuerliche Effekte drücken die Rechnung aber von ursprünglich 61,6 auf 44,0 Milliarden Dollar. Die BP-Papiere zeigten sich davon nur wenig beeindruckt und gaben um 0,6 Prozent nach./edh/das

(AWP)