Aktien Europa: Anleger quittieren gescheiterte Reform in den USA mit Verkäufen

Europas Börsen haben am Montag mit Kursverlusten auf das Scheitern des US-Präsidenten mit seiner Gesundheitsreform reagiert. Die Stimmung hellte sich auch nach dem deutlicher als erwartet gestiegenen Ifo-Geschäftsklima kaum auf.
27.03.2017 10:55

Am späten Vormittag fiel der EuroStoxx 50 um 0,49 Prozent auf 3427,32 Punkte. Der französische CAC-40 büsste 0,50 Prozent auf 4995,98 Punkte ein. Für den Londoner FTSE 100 ging es um 0,84 Prozent auf 7275,00 Punkte abwärts.

Das Vertrauen in die Fähigkeiten Trumps, seine Vorhaben tatsächlich auch umsetzen zu können, sei erheblich gestört, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Die Stimmung der Anleger sei getrübt, nachdem sie den vollmundigen Versprechungen Donald Trumps seit seiner Wahl jede Menge Vorschusslorbeeren gegeben hätten. Umso weniger dürfte nun Optimismus angebracht sein, wenn Trump als nächstes grosses politisches Projekt die Steuerreform angehen wolle. "Hier einen Konsens zu finden, dürfte noch weitaus schwieriger werden", befürchtet er.

Unter den 19 Branchen des Stoxx Europe 600, die allesamt nachgaben, verbuchte der Index der Bergbauwerte mit minus 1,31 Prozent die grössten Verluste. Allerdings hatten Rohstoffwerte während der Anfang November gestarteten "Trump-Rally" stark zugelegt.

Die Aktien des Stahlherstellers ArcelorMittal zeigten sich in Paris besonders schwach mit minus 3,67 Prozent, gefolgt von Glencore , BHP Billiton oder auch Rio Tinto . Der Minenbetreiber und Rohstoffhändler Glencore litt dabei allerdings auch darunter, dass die Produktion in zwei Kohlebergwerken in Australien wegen eines herannahenden Wirbelsturms aussetzt wird.

Im Londoner "Footsie" fielen die Papiere von Lloyds um 2,31 Prozent. Analyst Peter Richardson von der Berenberg Bank empfiehlt inzwischen den Verkauf der Aktie, da er Risiken durch Kreditausfälle befürchtet.

Die Anteilsscheine der Fluggesellschaft IAG büssten rund 4 Prozent ein. Sie litten unter einer Studie der Bank of America/Merrill Lynch. Diese hatte die Aktien von "Buy" auf "Underperform" gesenkt. Ähnlich stark gaben die Papiere der Air France-KLM nach, die von den Analysten der US-Bank ebenfalls abgestuft wurden./ck/mis

(AWP)