Aktien Europa: Aufschwung gerät erneut ins Stocken

PARIS/LONDON (awp international) - Aussagen des japanischen Notenbankchefs haben die gute Stimmung an Europas Börsen am Donnerstag etwas gestört. Haruhiko Kuroda erteilte den Hoffnungen auf weitere Liquiditätsspritzen zunächst eine Absage und läutete damit erneute Gewinnmitnahmen ein. Zuvor hatten die meisten Indizes angesichts des positiven Gesamteindrucks der laufenden Berichtssaison der Unternehmen noch moderat zugelegt.
21.07.2016 10:58

Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg auf 2978 Punkte büsste der EuroStoxx 50 am Vormittag zuletzt 0,45 Prozent auf 2953,64 Punkte ein. Der CAC-40-Index sank in Paris um 0,57 Prozent auf 4354,80 Punkte und der Londoner FTSE-100-Index verlor 0,18 Prozent auf 6717,21 Punkte.

Deutlich unter Druck stand vor allem die Tourismus- und Freizeitbranche . Vor allem die Anteilseigner von Fluggesellschaften erwischte es schwer. So brachen die Papiere der Lufthansa nach einer Gewinnwarnung um über 8 Prozent ein, die Papiere von Easyjet rutschten um 5 Prozent ab und für IAG ging es um rund 3,5 Prozent abwärts. Der Brexit, Fluglotsenstreiks und die Terroranschläge in Europa halten die Branche in Atem.

Gefragt waren zuletzt vor allem noch die Papiere der zuletzt deutlich abgerutschten Bergbaukonzerne . Die Anteilsscheine des Aluproduzenten Norsk Hydro ragten nach besseren Ergebnissen für das zweite Quartal mit einem Aufschlag von 5 Prozent heraus.

Die Kursreaktion auf den Zwischenbericht von Unilever fiel dagegen sehr moderat aus. Der Konsumgüterhersteller hat in der ersten Jahreshälfte eine schwächere Nachfrage in Europa durch Zuwächse in den Schwellenländern wettmachen können.

Auch Roche-Aktien veränderten sich kaum. Gute Geschäfte mit Krebsmedikamenten halten die Schweizer auf Kurs. Sie bestätigten nach leichten Zuwächsen im ersten Halbjahr ihre Prognosen für 2016./ag/das

(AWP)