Aktien Europa: Börsen kommen kaum vom Fleck

Europas Börsen haben sich am Dienstag kaum vom Fleck bewegt. Es mangele an richtungsweisenden Impulsen vor den Notenbanksitzungen, hiess es. Während allerdings von der Europäischen Zentralbank, die am Donnerstag über den Leitzins in der Eurozone entscheiden wird, keine Änderungen erwartet werden, rechnen Börsianer bereits fest mit einer weiteren Zinsanhebung in den USA. Die Fed wird ihre Entscheidung am 15. März bekannt geben.
07.03.2017 11:09

Von den in Kürze erwarteten Daten zum Bruttoinlandsprodukt im Euroraum wird zwar nicht erwartet, dass sie das Börsengeschehen aufmischen, interessieren dürften sie aber dennoch. "Der Euroraum kann auf ein sehr ordentliches 2016 zurückblicken, und die Dynamik der Wirtschaft dürfte zumindest im laufenden Halbjahr noch einmal zugelegt haben", erwartet Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen.

Der EuroStoxx 50 verlor im späteren Vormittagshandel 0,08 Prozent auf 3384,71 Punkte. Am Vortag hatte er der starken Vorwoche Tribut gezollt und moderat nachgegeben. In Paris sank der CAC-40 -Index am Dienstag um 0,25 Prozent auf 4959,68 Punkte. In London rückte der FTSE 100 um 0,13 Prozent auf 7360,03 Punkte vor.

Branchenweit war in Europa vor allem der Autosektor gefragt, der an der Spitze der 19 Branchen 0,53 Prozent gewann. Die Papiere von Peugeot legten hier um weitere 0,77 Prozent zu, nachdem sie bereits am Vortag um 2,7 Prozent gestiegen waren. Sie profitierten weiterhin davon, dass der französische Autobauer die Tochter Opel von General Motors übernimmt. Michelin stiegen um 0,61 Prozent. Am Vortag hatte die Finanzaufsicht Frankreichs mitgeteilt, dass die US-Fondsgesellschaft Blackrock ihren Anteil an dem französischen Reifenhersteller auf etwas mehr als 5 Prozent erhöht hat.

Unilever waren Spitzenwert im EuroStoxx 50 mit plus 1,05 Prozent auf 45,065 Euro und profitierten von einer positiven Studie. Analyst Jeff Stent von der französischen Bank Exane BNP hat das Kursziel für die Aktie des niederländisch-britischen Konsumgüterherstellers von 44 auf 53 Euro angehoben, weil er beträchtliches Aufwärtspotenzial sieht. Die Geschwindigkeit, mit der Unilever nach der Ablehnung der Übernahme und dem Rückzug von Kraft Heinz eine Strategieüberprüfung angekündigt habe, lasse grosse Ernsthaftigkeit erkennen. Alles werde im April auf den Prüfstand gestellt: das Portfolio, die Organisation, die Kostenstruktur und die Bilanz.

Die Aktien der Ashtead Group büssten als eines der Schlusslichter im "Footsie" nach vorgelegten Geschäftszahlen zeitweise mehr als 6 Prozent ein und verloren zuletzt noch 2,78 Prozent. Die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal des Mietmaschinen-Anbieters für die Industrie sind laut Analyst Andrew Gibb von RBC Capital allerdings ordentlich ausgefallen. Vielmehr dürften die kräftigen Verluste auf die Börsenweisheit "Sell on good news" zurückgehen, denn immerhin hatte die Ashtead-Aktie erst Anfang März ein Rekordhoch erreicht.

Die Papiere von Paddy Power hielten mit minus 3,89 Prozent die rote Laterne. Die Jahresbilanz für 2016 des Online-Wettbüros fiel laut Davy Research allerdings ebenfalls ohne grössere Überraschungen aus. Analyst David Jennings erinnerte zugleich aber daran, dass Paddy Power bereits Mitte Januar einen Zwischenbericht gegeben habe. Das Australien-Geschäft hob Jennings als herausragend positiv hervor, während in Europa das Geschäft für Sportwetten hinterherhinke./ck/fbr

(AWP)