Aktien Europa: Börsen stabilisieren sich dank nachlassender Zinssorgen

PARIS/LONDON (awp international) - Nach dem Kursrutsch zu Wochenbeginn haben sich Europas Börsen am Dienstag wieder gefangen. Die Sorgen vor einer schnellen US-Leitzinserhöhung liessen nach, die am Vortag noch heftige Verluste provoziert hatten. Dies reichte jedoch nicht aus, um die Kauflust der Anleger neu zu wecken.
13.09.2016 10:52

Der EuroStoxx 50 startete in den Handelstag mit einem Gewinn von mehr als einem halben Prozent, bröckelte in der Folgezeit aber stetig ab und fiel sogar leicht ins Minus. Zuletzt notierte der Leitindex der Eurozone 0,15 Prozent tiefer bei 3'008,26 Punkten.

Am Montag hatten Kommentare des Notenbankchefs von Boston, Eric Rosengren, den EuroStoxx deutlich ins Minus und zweitweise sogar unter die Marke von 3'000 Punkten gedrückt. Rosengren hatte sich gegen eine zu lang anhaltende lockere Geldpolitik ausgesprochen. Jüngste Äusserungen der US-Notenbankerin Lael Brainard sorgten nun für Entspannung. Brainard hatte sich für eine nur vorsichtige Rückführung der lockeren Geldpolitik ausgesprochen.

Der zu Wochenbeginn ebenfalls gebeutelte französische CAC-40-Index sank am Dienstag noch um 0,11 Prozent auf 4'435,02 Zähler. Der britische FTSE-100-Index fiel um 0,18 Prozent auf 6'689,05 Punkte.

"Die US-Notenbank Federal Reserve spielt mit den Anlegern in diesen Tagen Katz und Maus", stellte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets fest. "Wurden die Börsen am Freitag noch auf einen nächsten Zinsschritt im September vorbereitet, scheint dieser Termin nach der gestrigen Rede der Fed-Gouverneurin Brainard nun wieder vom Tisch. Denn im Gegensatz zu ihrem Kollegen Rosengren darf Brainard über die Zinsen mit abstimmen", so Stanzl.

Unter den Einzelwerten zogen die Aktien von Air Liquide das Anlegerinteresse auf sich. Der französische Industriegase-Hersteller plant eine Kapitalerhöhung im Volumen von etwa 3,3 Milliarden Euro. Die Kapitalmassnahme soll bei der Refinanzierung der Übernahme des US-Konkurrenten Airgas helfen. Die Air-Liquide-Papiere gewannen zuletzt 0,95 Prozent und gehörten damit zu den attraktiveren Werten im EuroStoxx.

Aus Branchensicht standen vor allem Banken- und Rohstoffaktien unter Druck. Der Subindex Stoxx Europe 600 Banks sackte um 2,72 Prozent ab. Für den Stoxx Europe 600 Basic Resources ging es um 3,69 Prozent nach unten.

Ansonsten waren die Kursveränderungen überwiegend getrieben von Analystenstudien. Für Aufsehen sorgte dabei die US-Bank Citigroup mit ihrer Abstufung der HSBC-Aktien. Analyst Ronit Ghose sieht die Titel der britischen Bank nicht mehr länger als kaufenswert an. HSBC-Papiere gehörten mit einem Minus von 1,14 Prozent zu den schwächsten Werten im Stoxx-50-Index./edh/das

(AWP)