Aktien Europa: Brexit-Erfolg beflügelt Börsen

Ein erster Fortschritt bei den Brexit-Gesprächen hat Europas Börsen am Freitag angetrieben. Insbesondere die Aktien von Banken legten zu, da diese Branche besonders unter der Loslösung von Grossbritannien von der Europäischen Union zu leiden hat. Die Einigung zwischen Europäern und Amerikanern im Streit um internationale Kapitalregeln für Banken (Basel III) trug ebenfalls zu den Kursgewinnen bei. Industriekonzerne profitierten derweil vom schwächeren Euro, da er Exporte ausserhalb der Eurozone erleichtert.
08.12.2017 12:18

Gegen Mittag gewann der EuroStoxx 50 0,83 Prozent auf 3602,84 Punkte. Im Wochenverlauf bedeutet das aktuell ein Plus von 2,1 Prozent für den Leitindex der Euroregion. Der französische CAC-40 stieg um 0,46 Prozent auf 5408,25 Punkte und auch in Italien und Spanien wurden deutliche Gewinne verzeichnet.

Der Euro hielt sich unter der Marke von 1,18 US-Dollar und kostete zuletzt 1,1741 Dollar. Der britische FTSE 100 rückte um 0,33 Prozent auf 7344,62 Zähler vor und wurde etwas vom Anstieg des Pfund ausgebremst.

Unter den 19 Branchen Europas war der Bankensektor mit einem Aufschlag von knapp 3 Prozent mit Abstand Favorit. Auch wenn die Einigung zwischen Aufsehern und Notenbanken rund um den Globus eine weitere Verschärfung der Kapitalregeln für Banken bedeutet, sei dies doch "ein grosser Schritt in Richtung Kapital-Klarheit", lobte Analyst James Invine von der Societe Generale .

Unterstützung für die Branche kam zudem durch den ersten Durchbruch bei den Brexit-Gesprächen. Nach Monaten langsamer und frustrierender Verhandlungen sei es nun soweit, und das gebe europaweit Auftrieb, kommentierte Marktexperte Craig Erlam vom Devisenbroker Oanda. Man sei sich einig über die wichtigsten Fragen der Trennung und könne nun in Verhandlungen über die künftigen Beziehungen eintreten, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Freitagmorgen in einer Pressekonferenz mit Premierministerin Theresa May.

Unter den Einzelwerten im EuroStoxx 50 nahmen die Papiere der beiden französischen Banken SocGen und BNP die Spitze ein mit mehr als 4 Prozent Plus. Deutsche Bank und Intesa Sanpaolo folgten mit jeweils etwas mehr als 3 Prozent Kursaufschlag. ING und Santander rückten um etwas mehr als 2 Prozent vor. In London stiegen Lloyds-Papiere um mehr als 4 Prozent, gefolgt von Barclays mit über 3 Prozent Plus und RBS mit fast 2 Prozent Plus.

Im weiteren Handelsverlauf könnten noch Impulse durch den monatlichen Arbeitsmarktbericht aus den USA in die Märkte gelangen. Nach einigen Verzerrungen aufgrund der jüngsten Hurrikans rechnen Analysten der Postbank wieder mit einer Normalisierung und einem soliden Jobzuwachs. Der Bericht dürfte daher einen weiteren Zinsschritt durch die US-Notenbank Fed wohl stützen./ck/das

(AWP)