Aktien Europa: Enorme Gewinne nach Frankreich-Wahl - Rally bei Bankenwerten

Mit einem Kursfeuerwerk haben die Anleger an Europas Aktienmärkten den Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen gefeiert. Dabei führten die extrem starken Bankenaktien die Gewinnerliste an. Der Euro sprang zwischenzeitlich über die Marke von 1,09 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit über fünf Monaten. Der wirtschaftsfreundliche Jungstar Emmanuel Macron geht als Sieger in die Stichwahl am 7. Mai gegen die zweitplatzierte Rechtspopulistin und Europafeindin Marine Le Pen.
24.04.2017 11:10

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg am Vormittag um 3,95 Prozent auf 3576,05 Punkte und erklomm damit den höchsten Stand seit August 2015. Mit einem Plus von 4,51 Prozent auf 5287,13 Punkte ging es für den Pariser CAC-40 noch kräftiger nach oben. Der französische Leitindex notierte damit so hoch, wie seit Januar 2008 nicht mehr. Der britische FTSE-100-Index in London legte um 1,76 Prozent auf 7239,91 Zähler zu.

Es sehe so aus, als ob die Botschaft der Hoffnung durch Macron diejenige des Ärgers durch Le Pen klar schlagen könnte, fasste Berenberg-Experte Holger Schmieding das Ergebnis der ersten Runde der Wahl in Frankreich zusammen. Er sieht nur noch ein sehr geringes Risiko eines "Frexits" - also eines Austritts Frankreichs aus der Eurozone.

Aktien aus der Finanzbranche profitierten besonders von der Frankreich-Wahl. Der europäische Bankenindex verzeichnete ein Plus von 4 Prozent. Versicherungswerte stiegen immerhin noch um 2,2 Prozent. Unter den Einzelwerten schnellten die Papiere der französischen Grossbank Societe Generale an der EuroStoxx-Spitze um knapp 9 Prozent nach oben. Anteilscheine der Wettbewerber BNP Paribas und Intesa Sanpaolo verteuerten sich um fast 8 Prozent beziehungsweise 6,5 Prozent.

Die Bekanntgabe wichtiger Konjunkturdaten aus Deutschland hatte hingegen kaum Einfluss auf die Kurse. Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im April von bereits hohem Niveau aus weiter aufgehellt. Das Geschäftsklima stieg um 0,6 Punkte auf 112,9 Zähler, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Juli 2011. Bankvolkswirte hatten mit weniger gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft wächst kräftig", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Umfrageergebnisse.

Philips-Papiere waren mit einem Plus von 3,2 Prozent im Mittelfeld des EuroStoxx-Tableaus zu finden. Der niederländische Elektrokonzern ist vor allem dank guter Geschäfte in der Sparte Gesundheits- und Medizintechnik solide ins laufende Jahr gestartet. Der Quartalsumsatz kletterte um 4 Prozent, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (Ebita) um 18 Prozent nach oben.

Die Titel von LafargeHolcim zählten mit einem Minus von 0,60 Prozent hingegen zu den schwächsten europäischen Aktien. Konzernchef Eric Olsen zieht die Konsequenzen aus einer Korruptionsaffäre und verlässt den weltweit grössten Zementhersteller Mitte Juli. Untersuchungen hätten bestätigt, dass im firmeneigenen Werk in Syrien Fehler begangen worden seien, hiess es weiter. Das lokale Management hatte an Dritte Gelder bezahlt, um den Weiterbetrieb der Fabrik zu sichern./edh/ag

(AWP)