Aktien Europa: Eurostoxx knüpft trotz Handelsstreits an solide Vorwoche an

Die europäischen Börsen haben ihre jüngste Erholungsbewegung am Dienstag vorsichtigen Schrittes fortgesetzt. Börsianern zufolge sorgte der weiter zugespitzte Handelsstreit zwischen den USA und China unter den Anlegern nicht mehr für Verunsicherung, weil sie schon bestens darauf vorbereitet gewesen seien.
18.09.2018 11:43

Nach zögerlichem Start setzte sich der EuroStoxx 50 bis zuletzt mit 0,36 Prozent und 3358,01 Punkten in die Gewinnzone ab - und folgte so den China-Börsen, an denen sich Aktien am Dienstag ungeachtet des zugespitzten Konflikts auf eine Erholungsrally begaben. Schon in der Vorwoche hatte der Leitindex der Eurozone einen Wochengewinn von fast 1,6 Prozent eingefahren, war aber am Montag dann erst zögerlich in die neue Woche gestartet.

US-Präsident Donald Trump hatte in seinem bisher grössten Schlag weitere Sonderabgaben für chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar verhängt. Peking kündigte umgehend seine Gegenwehr an, ohne aber Details zu nennen. Börsianern zufolge werden Nachrichten zum Handelsstreit mittlerweile von den Anlegern relativ schnell abgehakt.

Auch der Pariser Cac 40 rückte vor diesem Hintergrund um 0,42 Prozent und 5371,60 Punkten vor. Der Londoner FTSE 100 stand ebenfalls moderat mit 0,22 Prozent und 7318,52 Punkten in der Gewinnzone.

Positiv heraus ragte unter anderem der Autosektor, der in den vergangenen Monaten stark unter den internationalen Handelsstreitigkeiten gelitten hatte. Angeführt von den mehr als 3,5 Prozent festeren Volkswagen -Aktien rückte der Teilindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts um 1,2 Prozent vor. Als Kurstreiber für die Titel des Wolfsburger Autobauers wurde ein positives Urteil der US-Analysehauses Redburn angesehen.

In Zürich ragte die Aktie von Clariant mit einem Kursgewinn von mehr als 6 Prozent positiv heraus. Hier lässt eine engere Kooperation mit dem saudi-arabischen Grossaktionär Sabic die Anleger auf schnelle Kostenvorteile hoffen. Goldman-Analystin Theodora Lee Joseph rechnet damit, dass das Vorhaben schon im ersten Jahr neue Werte schaffen wird.

In London dagegen waren die Asos-Papiere mit einem Abschlag von 5,5 Prozent negativ auffällig. Sie wurden damit in Sippenhaft genommen mit Zalando , wo die Anleger von einer erneuten Umsatz- und Gewinnwarnung kalt erwischt wurden. Die Papiere des deutschen Konkurrenten waren daraufhin in Frankfurt um fast 12 Prozent abgestürzt.

Besser erging es den Papieren des britischen Online-Supermarktes Ocado , die an der Spitze des FTSE 100 infolge gut aufgenommener Quartalszahlen um 4,5 Prozent anzogen. Ansonsten waren in London vor allem die Minenwerte gefragt, deren Teilindex auch im europaweiten Branchenvergleich zu den grössten Gewinnern zählte./tih/zb

(AWP)

 
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