Aktien Europa: EuroStoxx setzt Erholung fort - Fed-Entscheid im Blick

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch ihre Erholung fortgesetzt. Angetrieben von einigen positiv aufgenommenen Unternehmenszahlen stieg der EuroStoxx 50 zuletzt um 0,50 Prozent auf 3491,07 Punkte. Er knüpfte so an seine positive Tendenz vom Vortag an, als eine ausserordentlich gute Stimmung in der deutschen Industrie dem Index nach oben verholfen hatte.
26.07.2017 11:40

Zur Wochenmitte richteten sich die Blicke der Anleger wieder stärker auf die Berichtssaison - und später auch noch auf die Geldpolitik in den USA, wo der nächste Zinsentscheid der Fed ansteht. "Eine Zinserhöhung haben Analysten nicht auf dem Radar", sagte Konstantin Oldenburger von CMC Markets. Spannend könnten seiner Ansicht nach aber Aussagen zum zuletzt sehr schwachen Dollar und den Inflationserwartungen werden. Auch auf Aussagen zum Abbau der nach wie vor riesigen Fed-Bilanz werden Experten genauer achten.

Wie beim EuroStoxx fiel auch die Tendenz bei den wichtigsten Länderindizes positiv aus: Der CAC-40 stieg in Paris um 0,67 Prozent auf 5195,43 Punkte. Der britische FTSE 100 rückte ausserdem um 0,56 Prozent auf 7476,57 Zähler vor.

Ein klarer Gewinner war die Automobilbranche, die sich etwas von den jüngsten Kursverlusten wegen schwelender Kartellvorwürfe erholte. Der Teilindex Stoxx 600 Automobiles & Parts stieg um 0,64 Prozent und profitierte dabei zusätzlich von guten Geschäftszahlen des Peugeot-Mutterkonzerns PSA , der im ersten Halbjahr einen Gewinn von knapp 1,3 Milliarden Euro erzielte und seine Prognose für das Marktwachstum in Europa erhöhte. Die Papiere der Franzosen rückten in Paris um mehr als 5 Prozent vor.

Eine in den vergangenen Tagen spürbare Erholung im Bankensektor kam dagegen zum Ende: der entsprechende Teilindex war mit einer unveränderten Tendenz letzter in der europäischen Branchentabelle. Die Papiere der spanischen Finanzhäuser BBVA und Banco Santander gehörten im EuroStoxx mit bis zu 0,55 Prozent zu den Verlierern.

Neben PSA ging die Berichtssaison am Mittwoch derweil noch mit weiteren europäischen Werten in die nächste Runde. Eine positive Überraschung bei Umsatz und Marge sorgte etwa bei STMicroelectronics für Rückenwind: Die Papiere stiegen in Paris um 2,75 Prozent. Analyst Janardan Menon von Liberum hob in einer Studie eine insgesamt starke Halbleiternachfrage hervor.

In London rückten die Papiere von ITV und der Compass Group nach der Vorlage von Geschäftszahlen um 2,67 und 1,81 Prozent vor. Sie gehörten so zu den grössten Gewinnern im FTSE. Beim TV-Konzern ITV sprach Panmure-Analyst Jonathan Helliwell von einem weniger trüben Ergebnis als befürchtet. Beim Catering-Konzern Compass verwies die Privatbank Berenberg auf ein besser als erwartetes organisches Wachstum.

Schwäche zeigten in London aber die Aktien der Sage Group mit minus 3,21 Prozent. Zusätzlich zu den Drittquartalszahlen hatte der Softwarekonzern einen Zukauf in den USA angekündigt, der von Experten als "teuer" bewertet wurde. 850 Millionen US-Dollar lassen sich die Briten das Software-Unternehmen Intacct kosten./tih/das

(AWP)