Aktien Europa: EuroStoxx so schwach wie im Februar wegen Brexit-Furcht

PARIS/LONDON (awp international) - Weiterhin beherrscht das Thema Brexit die Aktienmärkte in Europa und verschreckt Anleger. Hinzu kommen die Notenbankentscheidungen in den USA und in Japan, die in dieser Woche noch anstehen. "Der Appetit der Investoren auf Risiko ist verschwunden, Sicherheit ist angesagt", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets.
14.06.2016 11:04

Der EuroStoxx 50 gab den fünften Handelstag in Folge nach und büsste am späteren Vormittag 1,52 Prozent auf 2810,06 Punkte ein. Damit stand er so tief wie zuletzt im Februar. Der CAC-40-Index in Paris verlor am Dienstag 1,68 Prozent auf 4156,13 Punkte und der Londoner FTSE-100-Index sank um 1,10 Prozent auf 5978,36 Zähler.

Wegen des hohen Risiko eines Austritts Grossbritanniens aus der EU haben sich Anleger zurzeit vermeintlich sichereren Häfen zugewandt. Staatsanleihen werden stark nachgefragt, so etwa die zehnjährige Bundesanleihe, deren Rendite erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik in den negativen Bereich rutschte. Der japanische Yen, ebenfalls momentan stark bei Investoren begehrt, legte im Vergleich zum US-Dollar weiter zu und näherte sich seinem hohen Niveau aus dem Oktober 2014 an. Der Goldpreis, der tags zuvor den höchsten Stand seit Anfang Mai erreichte, hielt sich stabil.

Branchenweit gab es erneut nur Verlierer. Besonders schwach zeigte sich der Sektor der Bergbauwerte mit minus 2,14 Prozent. Auch von Bankaktien liessen Anleger in Anbetracht des Brexit-Risikos und der Leitzinssitzungen lieber ihre Finger.

Unter den Einzelwerten rückten die Papiere von Danone nach einer präzisierten Jahresprognose in den Blick. Mit minus 0,36 Prozent hielten sie sich vergleichsweise gut. Bei dem französischen Lebensmittelkonzern wächst wieder die Zuversicht. In diesem Jahr soll die operative Marge dank Einsparungen und neuer Dynamik in China um 0,5 bis 0,6 Prozentpunkte zulegen. Bislang hatte Danone lediglich eine "solide Verbesserung" angekündigt.

Die Anteilsscheine von Easyjet verloren marktkonforme 0,98 Prozent. Der Streik von niederländischen Piloten des Billigfliegers hatte bislang wenig Folgen für Passagiere. Die Pilotengewerkschaft VNV warf der Fluggesellschaft vor, mit ausländischen Crews den Streik zu brechen und erwägt nun längere Streiks./ck/das

(AWP)