Aktien Europa: EuroStoxx taumelt weiter - Trübe Stimmung im Autosektor

Die europäischen Aktienmärkte sind am Montag weiter auf Talfahrt geblieben. Nach einer zunächst stabilen Eröffnung rutschte der EuroStoxx 50 bis zum Mittag immer weiter ins Minus ab. Zuletzt verlor er 0,48 Prozent auf 3435,01 Punkte. Er fiel damit zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit April zurück. Sämtliche Kursgewinne seit dem Sieg von Emmanuel Macron in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen sind damit passé.
24.07.2017 12:01

Als Belastung wurde am Markt vor allem auf anhaltende Kursturbulenzen im Autosektor verwiesen: Der Teilindex Stoxx 600 Automobiles & Parts büsste angesichts der weiter schwelenden Kartellvorwürfe gegen deutsche Autobauer ungefähr 2 Prozent ein. Ausserdem nahmen Anleger eine zögerliche Haltung vor wichtigen Ereignissen im Wochenverlauf ein. Laut Mike van Dulken von Accendo Markets werfen die Berichtssaison, ein Treffen des Opec-Ölkartells und der anstehende Zinsentscheid der US-Notenbank Fed ihre Schatten voraus.

Der Euro war dem Markt derweil kein weiterer Impulsgeber: die Rally bei der Gemeinschaftswährung kam am Montag zunächst auf dem Niveau von 1,1650 US-Dollar zum Erliegen. Eine eingetrübte Unternehmensstimmung im Euroraum nahm vorerst etwas Wind aus den Segeln. Der vom Institut IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex lag im Juli bei 55,8 Punkten. Ein Rückgang um 0,5 Zähler war bereits der zweite Dämpfer in Folge, nachdem im Mai noch ein mehrjähriger Höchststand markiert wurde.

Ähnlich wie der EuroStoxx gaben auch die wichtigsten Länderindizes weiter nach. Der FTSE 100 in London verlor rund 1 Prozent auf 7375,80 Punkte, während der CAC-40 in Paris um 0,36 Prozent auf 5099,34 Punkte fiel. Der französische Leitindex war geprägt von weiteren Kursverlusten im Autosektor: Renault büssten 1,30 Prozent ein und Anteile von PSA sackten sogar um 2,6 Prozent ab. Sie wurden zusätzlich von einem negativen Kommentar der HSBC-Experten belastet.

Kräftig nach unten ging es ausserdem für die Papiere aus dem Luftfahrtsektor, wo ein vorsichtiger Ausblick von Ryanair die Kurse weiter belastete. Die Papiere des Billigfliegers fielen an der Londoner Börse um 2,5 Prozent. Easyjet und IAG folgten dem mit ähnlichen grossen Abschlägen bergab. In Paris konnten sich Air France-KLM dem aber mit einem Anstieg um mehr als 2 Prozent entziehen. Kepler Chevreux hatte sie zum Kauf empfohlen.

Eine deutlich positive Ausnahme waren die Papiere von Philips : nach den vorgelegten Quartalszahlen stiegen sie an der EuroStoxx-Spitze um fast 3 Prozent. Nach der Abspaltung des traditionellen Leuchtengeschäfts taten sich Börsianer zwar beim Auswerten des zweiten Quartals zwar etwas schwer. Beim Kurs überwog aber die Hoffnung auf eine bessere Entwicklung beim Elektrokonzern in der zweiten Jahreshälfte./tih/stb

(AWP)