Aktien Europa: Fester - EuroStoxx auf höchstem Stand August 2015 - Ibex im Minus

Die äusserst behutsamen geldpolitischen Änderungen der EZB und die damit einhergehende Euro-Schwäche haben den europäischen Börsen am Freitag weiter Auftrieb gegeben. Zahlreiche positive Quartalsberichte trugen ihr Übriges zur positiven Stimmung unter den Anlegern bei. Ausnahmen bildeten die Aktienmärkte in Spanien und Italien.
27.10.2017 12:14

Der EuroStoxx 50 erreichte am späten Vormittag bei exakt 3670 Punkten den höchsten Stand seit August 2015. Zur Mittagszeit legte der Leitindex der Eurozone dann um 0,89 Prozent auf 3669,43 Punkte zu. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 1,8 Prozent.

Der Pariser Leitindex CAC-40 gewann am Freitag 1,01 Prozent auf 5510,74 Punkte. In London stieg der FTSE 100 um 0,27 Prozent auf 7506,87 Punkte. In Italien trat der FTSE MIB mit minus 0,04 Prozent auf der Stelle, während der Ibex 35 in Spanien zuletzt 0,55 Prozent einbüsste. Allerdings hatte das Madrider Börsenthermometer tags zuvor fast 2 Prozent hinzugewonnen.

Hoffnungen auf Neuwahlen hatten am Vortag die Madrider Börse beflügelt, doch der katalanische Regierungschef Carles Puidgemont ging letztlich entgegen aller Erwartungen auf Konfrontationskurs. Er lehnte Neuwahlen ab und will die Unabhängigkeit der Region weiter vorantreiben. Ministerpräsident Mariano Rajoy forderte inzwischen den Senat in Madrid zur Entmachtung der katalanischen Regionalregierung auf.

Unter den Einzelwerten zeigten sich angesichts der politischen Unsicherheit in Spanien vor allem die Bankwerte BBVA und Santander schwach. BBVA verloren als Schlusslicht im EuroStoxx 1,67 Prozent, Santander gaben um 1,00 Prozent nach. Die Quartalsbilanz der BBVA rückte etwas in den Hintergrund: Die Grossbank blieb auf der Erfolgsspur, verdiente unterm Strich mehr als im Vorjahreszeitraum und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.

In der Schweiz standen die Anteile der UBS nach besser als prognostiziert ausgefallenen Zahlen im Fokus und verloren 0,81 Prozent. Allerdings hatten sie zuvor ein neues Jahreshoch markiert.

In Frankreich richtete sich der Blick nach vorgelegten Eckdaten auf Saint-Gobain , Unibail-Rodamco , Total , Safran sowie auf den französisch-schweizerischen Konzern LafargeHolcim . Der Zementhersteller setzte zur Vorlage seiner Geschäftszahlen zum dritten Quartal die Messlatte für die Jahresziele etwas tiefer. Den Aktien von LafargeHolcim brockte das im CAC 40 ein Minus von 0,89 Prozent ein, womit sie zu den schwächsten Werten im Pariser Leitindex zählten. Saint-Gobain schnitt zwar erlösseitig etwas besser als erwartet ab, doch die Kostenentwicklung sorgte für Verstimmung am Markt und wurde unter anderem von der Deutschen Bank kritisiert. Die Papiere verloren 0,37 Prozent.

Die Anteile der Ölgesellschaft Total und des Rüstungsunternehmens Safran legten hingegen an der Index-Spitze um 2,20 Prozent und 1,97 Prozent zu. Total meldete für das dritte Quartal einen Umsatzsprung, Safran schraubte seine Umsatzprognose für 2017 hoch. Die Titel des auf Einkaufszentren fokussierten Immobilienkonzerns Unibail stiegen um 1,15 Prozent, nachdem das Unternehmen ein leichtes Umsatzplus gemeldet hatte. Zudem, so schrieb etwa JPMorgan-Analyst Neil Green, sei der jüngste Ausverkauf der Papiere übertrieben gewesen.

In Italien büssten die Eni -Papiere 1,22 Prozent ein und litten darunter, dass der Ölkonzern im dritten Quartal ergebnisseitig schlechter abschnitt, als Analysten dies vorausgesagt hatten./ck/jha/

(AWP)