Aktien Europa: Gewinne - EuroStoxx steigt auf Hoch seit Mai

Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch einen Schritt nach vorne gemacht. Nach verhaltenem Start setzte sich der EuroStoxx 50 bis zur Mittagszeit mit knapp einem halben Prozent ins Plus ab auf 3625,42 Punkte. Der Leitindex der Eurozone erreichte so seinen höchsten Stand seit Mai - möglicherweise ein Befreiungsschlag aus seiner Lethargie der vergangenen Tage. Er hatte sich zwölf Tage lang in einer engen Spanne zwischen 3585 und 3620 Punkten bewegt.
18.10.2017 12:08

Mit Spannung wurde am Morgen nach Frankfurt geblickt, wo sich EZB-Chef Mario Draghi bei einer Konferenz der europäischen Notenbank äusserte. Hoffnungen, er könnte dabei etwas zur künftigen Geldpolitik in der Eurozone sagen, wurden jedoch enttäuscht. Zuletzt häufen sich die Spekulationen, dass die Währungshüter auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche eine Rückführung des milliardenschweren Anleihekaufprogramms beschliessen könnten.

An den meisten europäischen Länderbörsen war das Bild ebenfalls positiv: Für den französischen CAC-40 ging es in Paris um 0,52 Prozent auf 5389,21 Zähler bergauf. Der britische FTSE 100 legte in London um 0,26 Prozent auf 7535,42 Punkte zu. Der spanische Ibex 35 jedoch gab zuletzt um 0,37 Prozent nach. Im Zuge des Katalonien-Konflikts protestierten am Vorabend rund 200 000 Menschen in Barcelona gegen eine Inhaftierung von Aktivisten.

Mit Blick auf die Einzelwerte beschäftigen einige Zahlenvorlagen die Anleger. Aus dem EuroStoxx legten die ASML-Aktien 0,75 Prozent zu, nachdem der Chipausrüster im dritten Quartal weiterhin vom Boom in der Halbleiterbranche profitierte. Aktien von Reckitt Benckiser hingegen fielen in London nach einer erneut gekappten Umsatzprognose um etwa 1 Prozent.

Die Spitze im Leitindex der Eurozone hatten Danone mit einem Anstieg um 1,70 Prozent inne - und dies am Tag nach der Zahlenvorlage. Analysten äusserten sich nun positiv zum dritten Quartal des Lebensmittelkonzerns: RBC-Experte James Edwardes Jones etwa blickt nun mit "Sector Perform" weniger pessimistisch auf die Aktie als zuvor.

In der Sektoransicht waren mitunter Automobilwerte gefragt, deren Teilindex um 0,73 Prozent stieg. Begründet wurde dies mit einer Studie der Credit Suisse , in der die Schweizer Grossbank positiv auf den Sektor blickt und deutsche Hersteller wie BMW , VW oder Porsche mit einem optimistischen Votum in die Bewertung aufnahm.

Unternehmen aus der Freizeitbranche erholten sich mit Plus 0,78 Prozent bei ihrem Sektorindex von ihren Verlusten vom Vortag. Davon ungeachtet taumelten Merlin Entertainment in London weiter. Nachdem die Titel des Freizeitpark-Betreibers schon am Vortag wegen eines enttäuschenden Ausblicks um 16 Prozent gefallen waren, ging es nun nochmals um 2,33 Prozent weiter bergab./tih/jha/

(AWP)