Aktien Europa: Gute Daten und Unternehmensnachrichten treiben die Kurse an

PARIS/LONDON (awp international) - Europas Börsen haben am Montag nach einem holprigen Start etwas Fahrt aufgenommen. Als Kurstreiber erwies sich das Ifo-Geschäftsklima, demzufolge sich die Stimmung bei den deutschen Unternehmen im Juli nach dem Brexit-Referendum weniger eingetrübt hat als befürchtet. Dazu kam eine Reihe positiv aufgenommener Unternehmensnachrichten.
25.07.2016 11:30

Am späten Vormittag legte der EuroStoxx 50 um 0,67 Prozent auf 2'992,26 Punkte zu. An den vergangenen zwei Handelstagen war der Leitindex der Eurozone kaum von der Stelle gekommen. Der französische CAC-40-Index gewann zum Wochenauftakt 0,71 Prozent auf 4'412,39 Punkte.

Für den britischen FTSE-100-Index ging es lediglich um 0,28 Prozent auf 6'749,04 Zähler hoch. Allerdings hatte das Londoner Börsenbarometer bereits am Freitag auf dem höchsten Stand seit fast einem Jahr geschlossen und steht auf Jahressicht auch - anders als die übrigen europäischen Indizes - deutlich im Plus.

Aus Branchensicht gab es am Montag fast nur Gewinner in Europa. Am besten schlugen sich die Aktien der Autounternehmen, deren Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 um 1,51 Prozent stieg. Schlusslicht war dagegen der Index der Öl- und Gasunternehmen mit minus 0,01 Prozent.

Bei den europäischen Einzelwerten stach Ryanair positiv heraus: Die in London gelisteten Aktien der Billigfluggesellschaft zogen um knapp 6 Prozent an. Die Terrorangst und der Brexit bedrohen zwar auch die Gewinnpläne des Lufthansa-Konkurrenten. Vorerst peilen die Iren aber für das Geschäftsjahr bis Ende März 2017 weiter einen Überschuss von 1,375 bis 1,425 Milliarden Euro an. Nachdem die Lufthansa ihre Prognose jüngst gekappt und Easyjet das Gewinnziel komplett gestrichen hatte, wurde die Nachrichten an der Börse mit Erleichterung aufgenommen.

Ericsson-Titel gewannen über 3 Prozent, nachdem der Netzwerkausrüster einen Führungswechsel vollzogen hatte. Der bisherige Finanzchef Jan Frykhammar übernimmt mit sofortiger Wirkung die Aufgaben des bisherigen Vorstandschefs Hans Vestberg und bekleidet diesen Posten, bis intern oder extern ein Nachfolger gefunden ist. Ericsson steckt in Schwierigkeiten und hatte bei der Vorlage der Quartalszahlen in der vergangenen Woche weitere Kostensenkungen angekündigt.

Beim Luxusgüterkonzern LVMH konnten sich die Anleger über ein Kursplus von knapp anderthalb Prozent freuen. Die Franzosen verkaufen für 650 Millionen US-Dollar das Modeunternehmen Donna Karan mit den Marken Donna Karan und DKNY an die amerikanische G-III Apparel Group. LVMH hatte Donna Karan Anfang des Jahrtausends gekauft und damals inklusive Schulden gute 200 Millionen Dollar gezahlt.

Die Aktien von Philips schafften nach Geschäftszahlen ein Plus von 1,20 Prozent. Gut laufende Geschäfte in der Medizintechnik brachten dem niederländischen Elektrokonzern im zweiten Quartal einen höheren Gewinn ein als von Analysten erwartet. In der zweiten Jahreshälfte werde sich das Gewinnwachstum weiter beschleunigen, kündigte Konzernchef Frans van Houten an. Gleichzeitig dürfte aber auch die Unsicherheit in vielen Märkten weiter zunehmen, warnte er.

In London schossen die Aktien des Buchmachers William Hill um knapp 8 Prozent hoch. Sie profitierten vom gemeinsamen Übernahmeangebot der beiden Konkurrenten 888 Holdings und Rank Group - deren Anteilsscheine gewannen rund 3 beziehungsweise über 2 Prozent./gl/fbr

(AWP)