Aktien Europa: Gute Quartalszahlen und Rückenwind aus Japan treiben Kurse an

PARIS/LONDON (awp international) - Erfreuliche Unternehmenszahlen und der Rückenwind vom japanischen Aktienmarkt haben Europas Börsen am Mittwoch angeschoben. Der EuroStoxx 50 knüpfte an das moderate Vortagesplus an und stieg zuletzt um 0,98 Prozent auf 3'007,95 Punkte. Den Kursrückschlag nach dem britischen Votum für einen EU-Ausstieg hat der Eurozonen-Leitindex damit fast wieder gut gemacht.
27.07.2016 11:35

Beim französischen CAC-40-Index stand ein Plus von 1,46 Prozent auf 4'458,76 Zähler zu Buche. Deutlich verhaltener entwickelte sich der britische FTSE-100-Index, der lediglich um 0,28 Prozent auf 6'742,94 Punkte zulegte.

Der japanische Nikkei-225-Index profitierte am Mittwoch von Presseberichten, denen zufolge Japans Regierung ein massives Konjunkturprogramm zur Ankurbelung der lahmenden Wirtschaft plant. Der Yen gab nach, was Exportwerten zugute kommt. Vortags hatte das Börsenbarometer noch unter einer festeren Landeswährung und einem Zeitungsartikel über deutlich bescheidenere staatliche Investitionspläne gelitten.

Die Berichtssaison der europäischen Unternehmen liess die Herzen der Anleger zur Wochenmitte höher schlagen. Vor allem der Chiphersteller STMicroelectronics sorgte mit einem Kurssprung von 8 Prozent für strahlende Gesichter. Er schaffte es im zweiten Quartal in die Gewinnzone sieht sich dank florierender Geschäfte mit Chips für die Autoindustrie wieder auf dem Pfad der Besserung.

Die Anteilsscheine des Chipdesigner ARM Holdings standen hingegen knapp im Minus. Angesichts der anstehenden Übernahme durch den japanischen Telekommunikations-Anbieter Softbank wurden die Quartalsresultate hier zur Nebensache.

Beim französischen Luxusgüterkonzern LVMH konnten sich die Aktionäre trotz eines Touristenschwunds im Heimatland über höhere Umsätze und Gewinne im ersten Halbjahr sowie einen Kursanstieg von über 7 Prozent freuen.

Dass der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen den Gewinn im ersten Halbjahr deutlich steigern konnte, bescherte dessen Aktien ein Plus von knapp 7 Prozent.

Aus der Luftfahrtbranche kamen ebenfalls gute Nachrichten: Airbus verdiente im zweiten Quartal trotz einer Milliardenbelastung wegen Triebwerksproblemen beim Militärtransporter A400M mehr als vor einem Jahr. Die Aktien gewannen mehr als 5 Prozent.

Um gut 3 Prozent ging es für die Titel der Fluggesellschaft Air France-KLM hoch. Der Lufthansa-Konkurrent sorgt sich zwar um die Auswirkungen der Terrorattacken auf Frankreich als Touristenziel, schaffte aber dank niedriger Ölpreise zwischen April und Juni wieder schwarze Zahlen.

Die spanische Bank Santander steuert weiter vergleichsweise gut durch das schwierige Branchenumfeld: Bereinigt um Sondereffekte blieb der Quartalsgewinn auf dem Vorjahresniveau. Die Anteilsscheine verteuerten sich um fast 2 Prozent. Dagegen büssten die Unicredit-Titel dreieinhalb Prozent ein. Sie litten unter einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg über eine mögliche Kapitalerhöhung von 5 Milliarden Euro, um die Lasten aus einem hohen Berg an faulen Krediten schultern zu können./gl/das

(AWP)