Aktien Europa: Hoffnung auf Opec-Einigung gibt etwas Auftrieb

PARIS/LONDON (awp international) - Steigende Ölpreise haben am Mittwoch den europäischen Börsen Auftrieb gegeben. Zudem sorgte auch eine Neuauflage von Fusionsverhandlungen in der Industriegase-Branche für gute Stimmung unter den Anlegern. Der EuroStoxx 50 gewann am späteren Vormittag 0,15 Prozent auf 3042,83 Punkte. Im Monatsvergleich bedeutet dies aktuell ein kleines Minus von 0,3 Prozent.
30.11.2016 11:26

Am Vormittag hatten sich die Zeichen für eine Verringerung der Ölfördermenge durch das Ölkartell Opec gemehrt. Die Ölpreise zogen daraufhin kräftig an - die europäischen Öl- und Gasaktien zählten mit einem Plus von 1,2 Prozent zu den Favoriten unter den insgesamt 19 Branchen.

Der französische Cac-40-Index stieg um 0,22 Prozent auf 4561,61 Punkte. In London legte der britische FTSE-100-Index um 0,35 Prozent auf 6795,41 Punkte zu und verzeichnet damit aktuell ein Minus von 2,3 Prozent für den Monat November. Vor allem der Bankensektor stand dort an diesem Morgen wegen neuer Stresstest-Ergebnisse im Fokus.

Die britischen Grossbanken schnitten im bisher härtesten Stresstest der Notenbank vergleichsweise gut ab, allerdings spielten die Folgen des Brexit-Votums noch keine Rolle. Durchgefallen ist nur die überwiegend verstaatlichte Royal Bank of Scotland , die nun ihre Kapitalpläne verbessern muss. Die Aktien gaben als Schlusslicht im "Footsie" um 4,87 Prozent nach.

"Allerdings frage ich mich, wie die Dinge im nächsten Jahr aussehen, wenn die BoE einen Stresstest im Hinblick auf ein negatives Brexit-Szenario auflegt und auch andere politische Risiken in Europa hinein nimmt," sagte Marktanalyst Mike van Dulken vom Broker Accendo Markets. Die Aktien von Barclays sanken um 1,03 Prozent, die der HSBC verloren 0,44 Prozent und von Lloyds 0,35 Prozent.

In Italien zogen derweil vor allem die Aktien der angeschlagenen Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena (BMPS) ) Aufmerksamkeit auf sich. Sie stiegen um 2,72 Prozent und bauten damit ihr fast 18-prozentiges Plus vom Vortag aus. Kreisen zufolge könnte die Bank direkte Staatshilfen beantragen. Sollte der aktuelle Versuch scheitern, frisches Geld aufzutreiben, wäre eine Finanzspritze der Regierung ein Szenario, hatte Finanzchef Francesco Mele demnach in einer vertraulichen Telefonkonferenz mit Investoren am Dienstag erklärt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf zwei Teilnehmer. Die Bank selbst wollte sich dazu nicht offiziell äussern.

Im EuroStoxx 50 legten die Aktien von Air Liquide an der Index-Spitze um 2,89 Prozent zu. Auslöser waren neu aufgekeimte Übernahmefantasien rund um den deutschen Konkurrenten Linde , bei dem ein überarbeiteter Fusionsvorschlag des US-Industriegase-Herstellers Praxair eingegangen war. "Überarbeitet kann eigentlich nur bedeuten, dass der Vorschlag seitens der Amerikaner verbessert wurde", sagte ein Börsianer. Das sorge nun in der gesamten Branche für Auftrieb./ck/das

(AWP)