Aktien Europa: Im Plus trotz enttäuschender japanischer Geldpolitik

PARIS/LONDON (awp international) - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Freitag trotz enttäuschender geldpolitischer Massnahmen der Bank of Japan moderate Gewinne verzeichnet. Die Marktstimmung sei unverändert positiv, wobei einiges von den für Nachmittag anstehenden US-Konjunkturdaten und der Wall-Street-Eröffnung abhängen dürfte, sagte ein Händler. Vor dem Wochenende könnte die Risikobereitschaft der Anleger aber weiter abnehmen, denn um 22 Uhr werden die Ergebnisse des jüngsten EU-Bankenstresstests veröffentlicht.
29.07.2016 10:49

Der EuroStoxx 50 notierte zuletzt 0,54 Prozent höher bei 2982,17 Punkten, nachdem er am Vortag mehr als 1 Prozent verloren hatte. Damit deutet sich beim Leitindex der Eurozone für die abgelaufene Woche ein mageres Plus von einem halben Prozent an. Der französische CAC-40-Index stieg am Freitag um 0,15 Prozent auf 4427,04 Zähler. Der britische FTSE-100-Index rückte um 0,13 Prozent auf 6729,81 Punkte vor.

Japans Zentralbank hat die geldpolitischen Zügel nicht so stark gelockert wie viele Akteure an den Finanzmärkten erhofft hatten. Die Notenbank beschloss am Freitag nach ihrer zweitägigen Sitzung, dass die Käufe von börsengehandelten Fonds (ETFs) auf jährlich sechs Billionen Yen (52 Mrd Euro) verdoppelt werden.

Auch am Freitag stand die Berichtssaison der grossen europäischen Unternehmen im Anlegerfokus. An der Spitze des EuroStoxx-50-Index mit einem Plus von knapp 9 Prozent fanden sich die Aktien von Generali . Die schweren Überschwemmungen in Europa und der Abschwung an den Börsen haben bei dem italienischen Versicherer im zweiten Quartal auf den Gewinn gedrückt. Allerdings steigerte die Lebensversicherungssparte ihr operatives Quartalsergebnis trotz der Niedrigzinsen leicht.

Im Stoxx 50 waren Barclays-Anteilsscheine am stärksten gefragt und verteuerten sich um mehr als 6 Prozent. Die Anleger honorierten einem Analysten zufolge wohl die eingeleiteten Umbaumassnahmen der britischen Grossbank, denn die Zahlen an sich waren schlecht. Unter dem Strich verdiente Barclays im zweiten Quartal 40 Prozent weniger. Der neue Vorstandschef Jes Staley hat der Bank ein hartes Sparprogramm verordnet und will mehrere Geschäftsteile verkaufen.

Dagegen waren Essilor-Papiere mit einem Verlust von 5,63 Prozent ganz unten im EuroStoxx zu finden. Der Brillenglashersteller bekommt den durchwachsenen Sommer zu spüren und schraubte seine Umsatzprognose herunter. Die Erlöse in der Sparte mit Sonnen- und Lesebrillen fielen im zweiten Quartal um 6 Prozent.

Auch die Titel von Safran mussten mit einem Minus von 5,40 Prozent kräftig Federn lassen, obwohl der französische Luftfahrt- und Rüstungskonzern im ersten Halbjahr von der weiterhin starken Nachfrage nach Flugzeugtriebwerken und Sicherheitstechnik profitiert hatte./edh/das

(AWP)