Aktien Europa: Indizes im Minus - Märkte weiter vom starken Euro geprägt

Die europäischen Börsen haben am Montag an ihre Lethargie der Vorwoche angeknüpft. Anlegern mangelte es zu Wochenbeginn weiterhin an Ideen, die dem Markt inmitten des vielzitierten "Sommerlochs" nach oben verhelfen könnten. Der EuroStoxx50 stand am späten Vormittag mit 0,34 Prozent im Minus bei 3'426,79 Punkten. Auf den Kursen lastete vor allem der ununterbrochen starke Euro .
28.08.2017 11:09

Die Gemeinschaftswährung nähert sich neuerdings der Marke von 1,20 US-Dollar, nachdem sie am Freitagabend Rückenwind von dem Notenbanktreffen im US-amerikanischen Jackson Hole erhalten hatte - unter anderem, weil EZB-Präsident Mario Draghi in seiner Rede darauf verzichtete, verbal gegen den jüngsten Höhenflug vorzugehen. "Der Euro befindet sich weiter im Aufwärtstrend", resümieren daraufhin die Experten von LYNX Broker. Zeitweise war er am Wochenende über 1,1950 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2015 gestiegen.

"Wir befinden uns immer noch mitten in der saisonal schwachen Phase, was für erhöhte Volatilität spricht", betonte ausserdem Investmentanalyst Wolfgang Albrecht von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). In den Augen von Orlando Rodrigues von der Privatbank Donner & Reuschel könnte es damit aber im späteren Wochenverlauf vorbei sein. Hoffnung machen ihm wichtige Konjunkturdaten, darunter Inflationsdaten aus Europa am Donnerstag und der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.

Mit Blick auf die wichtigsten Länderbörsen gingen die Anleger auch in Paris zögerlich vor. Der französische Leitindex CAC-40 -Index gab um 0,32 Prozent auf 5'087,97 Punkte nach. In London blieben die Handelssäle unterdessen leer. An der Themse wurde feiertagsbedingt nicht gehandelt.

Bei Einzelwerten blieb die Nachrichtenlage extrem dünn. Bei Vivendi sorgten Medienberichte für Aufsehen, wonach sich die Anzeichen für ein Übernahmeinteresse am Computerspielehersteller Ubisoft mehren. Die Aktie des Medienkonzerns, der bereits etwas mehr als 26 Prozent an Ubisoft hält, gab daraufhin um 2,24 Prozent nach. Auch Ubisoft konnten nicht davon profitieren: Seit Tagen auf Rekordniveau stehend, gaben sie am Montag leicht um 0,71 Prozent nach. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen. Seit Januar hatten sich die Papiere in der Spitze fast verdoppelt.

Im Gleichschritt mit den schwachen Vivendi-Aktien waren Medienwerte europaweit nicht gefragt. Mit Abgaben von 0,75 Prozent gehörte ihr Teilindex Stoxx 600 Media am Montag zu den grössten Verlierern in der Branchentabelle. Er setzte so seine Talfahrt der vergangenen Wochen ungebrochen fort - unter anderem ausgelöst von Sorgen um die Werbeausgaben der Unternehmen.

In Zürich wurden die Novartis-Aktien von Studienergebnissen mit rund 1 Prozent belastet. Am Markt wurde das auf einer Fachkonferenz vorgestellten Ergebnis der Cantor-Studie mit dem Herzmedikament Ilaris eher als Enttäuschung gewertet. Laut Kepler-Analyst David Evans dürften Anleger vorsichtig bleiben. Er sprach von einem insgesamt "gemischten" Bild der Studienergebnisse.

tih/stb

(AWP)