Aktien Europa: Kaum Bewegung - Anleger gehen in die Defensive

Nach einem schwachen Start sind Europas Börsen am Mittwochmorgen kaum vorangekommen. Der EuroStoxx 50 schwankte am späten Vormittag zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten. Zuletzt betrug das Minus 0,14 Prozent auf 3280,45 Punkte.
18.01.2017 11:18

Am Vortag hatte Grossbritanniens Premierministerin Theresa May mit der Ankündigung, es werde Kompromisse beim Austritt der Briten aus der EU geben müssen, zumindest einen Teil der Unsicherheit am Markt ausräumen können. Gleichwohl bleiben mit Blick auf den designierten US-Präsidenten Donald Trump und seinen künftigen wirtschaftspolitischen Kurs noch viele Fragen bei den Anlegern offen.

Auch der Rückenwind durch die Trump-Rally an der Wall Street ist deshalb inzwischen verpufft. Wenige Tage vor der Amtseinführung Trumps gingen die Anleger dort zuletzt in die Defensive. Nun warten die Investoren auf die an diesem Donnerstag anstehende Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank.

Zur Wochenmitte hielten sich die Anleger auch an der Regionalbörse in Frankreich zurück. Der CAC-40 in Paris gab um 0,49 Prozent auf 4835,66 Punkte nach. Die Londoner Börse, die am Vortag das infolge der May-Rede gestiegene Pfund tief ins Minus gedrückt hatte, konnte sich wieder etwas erholen. Der FTSE 100 legte zuletzt um 0,13 Prozent auf 7229,97 Zähler zu, während das britische Pfund zu allen wichtigen Weltwährungen wieder nachgab.

In London standen unterdessen die jüngsten Arbeitslosenzahlen des Landes im Fokus. Nach wie vor zeigt das Brexit-Votum am britischen Arbeitsmarkt keine Auswirkungen: Die Arbeitslosenquote auf der Insel blieb auf dem schwächsten Stand seit 2015.

Auf Unternehmensseite entschieden zur Wochenmitte das europaweite Branchenrennen die Lebensmittel- und Getränkehersteller mit einem Aufschlag von 0,66 Prozent im Mittel für sich. Im EuroStoxx 50 verteuerten sich etwa Danone um ein halbes Prozent. Ganz hinten landete der Mediensektor , dessen Subindex um 1,5 Prozent nachgab. Ausschlaggebend waren hohe Verluste in den Aktien des Lehrbuchverlags Pearson .

Die unter Spardruck stehenden Briten wollen sich von ihrem Anteil an der weltgrössten Buchverlagsgruppe Penguin Random House trennen und kassierten daher ihre Gewinnziele für das Jahr 2018. Der Pearson-Kurs rauschte daraufhin in die Tiefe, zuletzt betrug das Minus an der Londoner Börse 27,54 Prozent.

Gute Nachrichten kamen dagegen von Chipzulieferer ASML , der einen Gewinn- und Umsatzanstieg für das vergangene Jahr vermeldete und damit die Erwartungen am Markt übertraf. Das wurde von den Anlegern gebührend honoriert: Die Aktie verteuerte sich an der Eurostoxx-50-Spitze zuletzt um mehr als 5 Prozent./tav/fbr

(AWP)