Aktien Europa: Kaum Bewegung - Gelassene Reaktion auf politische Entwicklungen

Den europäischen Aktienmärkten hat es am Montag weiterhin an klaren Impulsen gemangelt. Eigentlich guten Vorgaben aus Asien stand unter anderem die weiterhin unsichere Zukunft Kataloniens gegenüber. Zur Mittagszeit stand der Eurostoxx 50 denn auch nur knapp mit 0,08 Prozent im Plus bei 3607,37 Punkten. Letztlich hatte er sich schon in der Vorwoche kaum von der Stelle bewegt.
16.10.2017 11:50

Marktanalyst David Madden von CMC Markets sprach von einer gelassenen Aufarbeitung der neuesten politischen Ereignisse in Europa. Während das Wahlergebnis in Österreich einen überraschenden Rechtsruck in der Alpenrepublik ergeben hatte, reagierte der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont ausweichend auf die Frage aus Madrid nach einer erklärten Unabhängigkeit. Das Ultimatum dafür war am Montagmorgen ausgelaufen.

Spanische Aktien jedoch litten etwas unter der anhaltenden Unsicherheit, die seit Wochen um die wirtschaftsstarke Region Katalonien herrscht. Der Leitindex Ibex 35 fiel am Vormittag um 0,68 Prozent auf 10 188,20 Punkte. Telefonica-Papiere gehörten mit fast 1,5 Prozent Minus nicht nur dort zu den grössten Verlierern, sondern auch im Eurostoxx. Im Bankenbereich gaben Banco Santander um 0,72 Prozent und BBVA sogar um 1,58 Prozent nach.

An den wichtigsten übrigen Länderbörsen war das Bild stabil: Für den französischen CAC-40 ging es in Paris knapp um 0,11 Prozent auf 5357,76 Zähler nach oben. Der britische FTSE 100 stand ähnlich knapp im Plus bei 7541,24 Punkten.

Zu den Gewinnern im britischen Leitindex gehörten zahlreiche Aktien aus dem Rohstoffsektor. Antofagasta kletterten an der "Footsie"-Spitze um fast 3 Prozent und dominierten damit auch den europäischen Branchenindex Stoxx Europe 600 Basic Materials , der um 1,76 Prozent stieg. Wie schon am Freitag wurde hier als Stütze auf bessere Preisaussichten für Rohstoffe verwiesen.

Schlusslicht in der Branchentabelle war der Versorgersektor mit Einbussen von 0,44 Prozent beim Stoxx 600 Utilities . Im erweiterten Energiesektor sorgte der Windturbinenhersteller Siemens Gamesa mit einer Gewinnwarnung für Aufsehen. Die Titel des Gemeinschaftsunternehmens sackten im Madrid um mehr als 8 Prozent ab und zogen auch die Titel des Konkurrenten Vestas mit fast 3 Prozent in Mitleidenschaft./tih/ag

(AWP)