Aktien Europa: Kaum Bewegung nach Flut von Unternehmenszahlen

PARIS/LONDON (awp international) - Die auf Hochtouren laufende Berichtssaison hat die Anleger am europäischen Aktienmarkt etwas ratlos zurückgelassen. Die wichtigsten Aktienindizes fanden am Donnerstag keine gemeinsame Richtung und schwankten um ihre Schlussstände vom Vortag. Als leichte Belastung erwies sich zuletzt der steigende Euro, der Exporte in Länder ausserhalb der Eurozone erschweren kann.
27.10.2016 11:06

Der EuroStoxx 50 fiel zuletzt um 0,39 Prozent auf 3069,01 Punkte. Der französische CAC-40-Index gab um 0,51 Prozent auf 4511,39 Punkte nach. Für den britischen FTSE-100-Index aber ging es um 0,28 Prozent auf 6977,50 Punkte nach oben.

Auf Unternehmensebene sorgten vor allem der Industriekonzern ABB und der Netzwerkausrüster Nokia für negative Überraschungen. Die Finnen zogen zwar im dritten Quartal angesichts der Branchenschwäche unerwartet viel Geschäft an Land. Nokia-Chef Rajeev Suri sieht allerdings das Marktumfeld für das laufende vierte Quartal schwach. Die Papiere sackten am EuroStoxx-Ende um rund 6,5 Prozent ab.

Der Industriekonzern ABB leidet nach wie vor unter der schwachen Nachfrage in einzelnen Märkten und rechnet auch weiterhin mit Gegenwind. ABB-Papiere büssten mehr als 6 Prozent ein.

Dem gegenüber standen gute Geschäftszahlen von Banken im Fokus der Anleger. So hatte das britische Finanzinstitut Barclays dank eines florierenden Geschäfts im Anleihehandel ein gutes Quartal hinter sich, die Aktien gewannen rund 3 Prozent.

Für die Anteilscheine von BBVA ging es um 0,70 Prozent nach oben. Die Geschäfte der spanischen Grossbank laufen derzeit rund. Im dritten Quartal sorgten ein florierendes Handelsgeschäft und der Verkauf einer Beteiligung an einem chinesischen Kreditinstitut für einen deutlich höheren Gewinn als erwartet.

Die Aktien von Telefonica aber büssten in Madrid rund 1,5 Prozent ein. Nach dem geplatzten Verkauf des britischen Mobilfunkgeschäfts will der spanische Telekomriese das Geld durch eine gesenkte Dividende zusammenhalten.

Der Elektronikkonzern Schneider kämpft weiter mit schwachen Geschäften quer durch alle Branchen und Regionen sowie dem im Vergleich zu vielen asiatischen Währungen starken Euro. Vor allem in Asien ging der Umsatz deutlich zurück. In Paris reagierten die Papiere mit einem Minus von knapp 2 Prozent.

Die Anteilsscheine von STMicroelectronics allerdings zogen um rund 7,5 Prozent an. Der Infineon-Konkurrent rechnet im laufenden vierten Geschäftsquartal dank guter Geschäfte mit Smartphone-Chips und anziehenden Bestellungen aus der Autoindustrie mit weiterem Umsatzwachstum./la/das

(AWP)