Aktien Europa: Leichte Gewinne vor dem US-Arbeitsmarktbericht

PARIS/LONDON (awp international) - Vor dem monatlichen Arbeitsmarktbericht aus den USA haben die europäischen Börsen am Freitag überwiegend leicht zugelegt. Das umfangreiche Stimulierungspaket der Bank of England (BoE) dürfte es den Währungshütern in den Vereinigten Staaten nicht leicht machen, falls diese wirklich Zinserhöhungen in den USA anstrebten, hiess es. Dennoch herrsche diesbezüglich aber Vorsicht.
05.08.2016 11:44

Der EuroStoxx 50 gewann am späteren Vormittag 0,17 Prozent auf 2'937,42 Punkte, was auf Wochensicht aktuell ein Minus von 1,8 Prozent bedeutet. Der französische CAC-40-Index stieg am Freitag um 0,50 Prozent auf 4'367,27 Zähler, und der Londoner FTSE-100-Index rückte um 0,32 Prozent auf 6'762,00 Punkte vor.

Womöglich könnten ordentliche Zahlen vom US-Arbeitsmarkt im Juli doch wieder Spekulationen über Zinsanhebungen anheizen, sagte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets. Immerhin schürten die US-Notenbanker immer wieder den Eindruck, dass die Zinsen in diesem Jahr noch angehoben werden könnten. Und am Markt werden überwiegend robusten Jobdaten für den Juli erwartet, die weitere Belege liefern sollten, dass der schwache Mai-Bericht ein Ausreisser war.

Der Blick auf die Branchen Europas zeigte die grösste Schwäche im Pharmasektor, der um 1,03 Prozent nachgab. Es war vor allem der dänische Insulinhersteller Novo Nordisk, der den Sektor nach vorgelegten Quartalszahlen nach unten zog. Die Papiere büssten 8,50 Prozent ein, nachdem vor allem die leicht gesenkten Jahresziele für Umsatz und operativen Gewinn vom Markt mit Enttäuschung aufgenommen wurden. Als Gründe wurden eine Vertragskündigung für das Insulinmedikament NovoLog genannt sowie Preisdruck bei einigen anderen Produkten.

Im Bankensektor waren die Aktien der Royal Bank of Scotland (RBS) nach vorgelegten Zahlen Schlusslicht mit minus 4,58 Prozent. Die zu weiten Teilen verstaatlichte britische Grossbank meldete für das zweite Quartal einen überraschend hohen Verluste. Wegen des anhaltenden Zinstiefs und der Unsicherheit infolge des Brexit-Votums wackeln zudem die für 2019 gesetzten Ziele. In Italien ging es für die Banca Popolare Emilia um 11 Prozent nach oben. Nachdem die Bank am Vortag Quartalszahlen vorgelegt hatte, hob die Citigroupo die Aktie nun auf "Buy".

In der Schweiz dagegen gewannen die Anteilsscheine von LafargeHolcim an der Spitze des Swiss-Market-Index (SMI) 5,34 Prozent. Analysten lobten die ergebnisseitigen Verbesserungen des weltgrössten Zementherstellers im zweiten Quartal. Dank verbesserter Margen konnte LafargeHolcom die rückläufige Umsatz- und Absatzentwicklung abfedern./ck/fbr

(AWP)