Aktien Europa: Leichte Verluste nach der Bundestagswahl in Deutschland

Die Anleger an Europas Börsen haben am Montag recht gelassen auf den Ausgang der Bundestagswahl in Deutschland reagiert. Die wichtigsten Aktienindizes notierten nach den jüngsten Kursanstiegen nur leicht im Minus.
25.09.2017 11:51

Die Parteien der Grossen Koalition, CDU/CSU und SPD, erlitten bei der Wahl zwar herbe Verluste. Nach Lage der Dinge werde die alte Bundeskanzlerin aber auch die neue sein, sagte Björn Jesch, Leiter Portfoliomanagement bei dem Vermögensverwalter Union Investment. Das dürfte viele, vor allem ausländische Investoren beruhigen. Die Äusserungen der Entscheidungsträger bei CDU/CSU, FDP und Grünen liessen zudem darauf schliessen, dass die etablierten Parteien aus staatsbürgerlicher Verantwortung konstruktiv und mit dem Willen zum Erfolg an einer Regierungsbildung arbeiten werden.

Der EuroStoxx50 stand zu Wochenbeginn 0,12 Prozent tiefer bei 3537,24 Punkten. Für den französischen CAC-40-Index ging es um 0,22 Prozent auf 5269,55 Punkte nach unten, der britische FTSE 100 gab um 0,21 Prozent auf 7295,03 Zähler nach.

Aus Brachensicht hatten Medienwerte mit einem Gewinn von 0,78 Prozent die Nase vorn. Schlusslicht in der Sektorübersicht waren die Bankaktien , die 0,62 Prozent verloren. Beobachter wiesen darauf hin, dass der Ausgang der Bundestagswahl die Position Deutschlands in Europa schwächen und die von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron favorisierte vertiefte Integration erschweren könnte. Auch könnten sich die Brexit-Verhandlungen verkomplizieren. Beide Aspekte seien tendenziell belastend für die Banken der Eurozone, hiess es im Handel.

Unter den Einzelwerten zogen die Aktien von Tullow Oil in London um rund 6 Prozent an. Zuvor hatten Ghana und die Elfenbeinküste Grenzstreitigkeiten beigelegt, welche rund zwei Jahre lang die weitere Erschliessung eines für das Unternehmen wichtigen Ölfeldes verhindert hatten. Insgesamt jedoch zeigten sich die Branchenpapiere mit plus 0,03 Prozent nur wenig bewegt.

In Zürich legten die Anteilsscheine von ABB um 0,33 Prozent zu. Der schweizerische Industriekonzern kauft dem US-Konzern General Electric für eine Milliardensumme dessen Sparte für Elektrokomponenten ab. Die Schweizer legen dafür 2,6 Milliarden US-Dollar auf den Tisch. Die Analysten der Investmentbank Natixis sprachen von einem "vernünftigen" Kaufpreis./la/jha/

(AWP)