Aktien Europa: Lethargie hält an - Investoren warten auf Zahlen von US-Banken

Die Börsenkurse in Europa haben sich am Donnerstag lethargisch gezeigt. Damit hielt der richtungslose Trend der vergangenen Tage an. "Aufgrund fehlender Impulse herrscht nahezu Stillstand an den Aktienmärkten", schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Für neuen Schwung könnten die am frühen Nachmittag erwarteten Quartalszahlen der US-Grossbanken JPMorgan und Citigroup sorgen und am Freitag dann Inflationsdaten aus den USA. Die jüngsten Nachrichten zur Katalonien-Krise liessen die Kurse auch in Spanien kalt.
12.10.2017 11:53

Gegen Mittag notierte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 0,09 Prozent tiefer bei 3604,09 Punkten. Für den Cac-40 -Index in Paris ging es um 0,16 Prozent auf 5354,03 Punkte nach unten. Derweil kam der Londoner FTSE 100 mit einem Plus von 0,03 Prozent auf 7536,32 Zähler kaum von der Stelle. Ähnliches galt für den vortags deutlich erholten Madrider Ibex-35-Index .

In der Katalonien-Krise gibt es derweil laut übereinstimmenden Presseberichten nun zwei Ultimaten der spanischen Zentralregierung. Bis Montag muss der katalanische Regionalregierungschef Carles Puigdemont erklären, ob er bei seiner Rede am Dienstagabend die Unabhängigkeit der Region erklärt hat oder nicht. Bis spätestens Donnerstag kommender Woche muss Puigdemont wieder die verfassungsmässige Ordnung Spaniens respektieren.

Beste Branche im europäischen Vergleich waren die Reise- und Freizeitunternehmen: Deren Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 legte um 0,67 Prozent zu. Als Zugpferd erwies sich hier der gut dreiprozentige Kurssprung der Lufthansa . Die geplante Übernahme grosser Teile der insolventen Air Berlin durch den deutschen Branchenprimus ist so gut wie sicher. Dass laut Air Berlin auch mit Easyjet weiter verhandelt wird, liess die Aktien der britischen Billigfluglinie um zweieinhalb Prozent steigen.

Schlusslicht in Europa war hingegen der Index der Banken, der 0,26 Prozent verlor.

In London stachen die Aktien von Sky nach Quartalszahlen mit einem Kursplus von rund anderthalb Prozent heraus. Der britische Bezahlsender hatte dank 160 000 neuer Kunden seine Erlöse um 5 Prozent und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sogar um 11 Prozent gesteigert.

Die Titel des Essenslieferdienstes Just Eat zogen sogar um fast 6 Prozent an, nachdem die britische Kartellbehörde CMA den Kauf der britischen Tochter Hungryhouse von Konkurrent Delivery Hero vorläufig genehmigt hatte./gl/men

(AWP)