Aktien Europa: Rally dank Hinweisen auf US-Zinsanhebung

Hinweise für schon bald steigende US-Zinsen haben die europäischen Aktienkurse am Mittwoch beflügelt. Dagegen bot Donald Trumps erste Rede vor dem US-Kongress den Zuhörern wenig Neues zu seinen Steuer- und Investitionsplänen. Gleichwohl hoffen die Anleger weiter auf positive Impulse durch die Politik des neuen amerikanischen Präsidenten. Für gute Stimmung sorgten auch die freundlich aufgenommenen Geschäftsberichte einiger Unternehmen.
01.03.2017 11:35

Am späten Vormittag zog der EuroStoxx 50 um 1,41 Prozent auf 3366,41 Punkte an. Damit schob sich der Eurozonen-Leitindex wieder auf den höchsten Stand seit Dezember 2015 - am Dienstag hatte er den Börsenmonat Februar mit einem satten Plus von fast 3 Prozent beendet. Für den französischen CAC-40-Index ging es zur Wochenmitte um 1,30 Prozent auf 4921,57 Punkte hoch und der Londoner FTSE 100 gewann 0,69 Prozent auf 7313,70 Zähler.

William Dudley, der einflussreiche Präsident der regionalen Notenbank von New York, sagte in einer Rede vor Trumps Kongress-Auftritt, dass eine Zinserhöhung zunehmend zwingender werde. Ähnlich äusserte sich sein Kollege John Williams von der Notenbank in San Francisco: Ihm zufolge könnte eine Zinserhöhung im März beim nächsten Treffen der US-Notenbank Fed ernsthaft erwogen werden. Viele Investoren registrierten zudem mit Erleichterung auf den versöhnlichen Ton des US-Präsidenten Donald Trump bei seiner ersten Rede vor dem Kongress.

Im europäischen Branchenvergleich gab es am Mittwoch nur Gewinner. Die Nase vorn hatten diesmal die Bankentitel: Der Subindex gewann 1,95 Prozent. Der Index der Rohstofftitel - tags zuvor noch Schlusslicht im marktbreiten Stoxx Europe 600 - stieg um 1,84 Prozent. Die Branchentitel profitierten von chinesischen Konjunkturdaten, die eine überraschend deutliche Stimmungsaufhellung in der Industrie belegten.

Am Ende der Übersicht rangierte dagegen der Index der Versorger, der lediglich um 0,08 Prozent zulegte - die als defensiv geltende Branche spielt ihre Stärken eher in einem negativen Marktumfeld aus.

Im EuroStoxx 50 gehörten Titel von Ahold Delhaize mit über dreieinhalb Prozent Plus zu den grössten Gewinnern. Während der Gewinn des neu gebackenen Supermarktkonzerns 2016 unter den Fusionskosten, Ladenschliessungen und Unwetterschäden gelitten hatte, war der Umsatz nach oben gesprungen. Bruno Monteyne vom US-Analysehaus Bernstein Research sah sowohl das operative Ergebnis als auch die Barmittelentwicklung im Schlussquartal über den Erwartungen.

Der italienische Ölkonzern Eni erwirtschaftete zum Jahresende hin einen überraschend hohen Gewinn. 2016 stand zwar nichtsdestotrotz ein Milliardenverlust zu Buche, doch die Anleger honorierten die Trendwende: Die Titel gewannen fast 3 Prozent.

In London legten die Aktien des Baustoffkonzerns CRH um rund dreieinhalb Prozent zu. Gute Geschäfte in Amerika und Europa bescherten dem irischen Baustoffkonzern im vergangenen Jahr einen Gewinnsprung. Sowohl die Margen als auch die Erträge hätten sich weiter verbessert, lobte Robert Gardiner vom Analysehaus Davy Research./gl/das

(AWP)