Aktien Europa Schluss: Anleger nehmen weiter Gewinne mit

Die Anleger an Europas Börsen haben am Dienstag weiter Kasse gemacht. Vor dem wichtigen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag überwog erneut die Zurückhaltung.
07.03.2017 18:51

Der EuroStoxx 50 schloss 0,07 Prozent im Minus bei 3'385,12 Punkten. Bereits am Montag hatte der Eurozonen-Leitindex der starken Vorwoche mit moderaten Verlusten Tribut gezollt. In Paris verlor der CAC 40 am Dienstag 0,35 Prozent auf 4'955,00 Zähler. Der Londoner FTSE 100 sank um 0,15 Prozent auf 7'338,99 Punkte.

Experten zufolge dürfte eine gute Beschäftigungsentwicklung in den USA die amerikanische Notenbank Fed darin bestärken, auf ihrer Sitzung Mitte März den Leitzins anzuheben. Nach entsprechenden Aussagen von Fed-Präsidentin Janet Yellen und anderer Währungshüter gilt ein solcher Schritt als so gut wie sicher. Dies würde zwar die optimistischen Konjunkturerwartungen der Fed unterstreichen, andererseits aber die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren schmälern.

Aus Branchensicht waren in Europa dank anhaltender Übernahmefantasien vor allem die Aktien der Autobauer und -zulieferer gefragt: Der entsprechende Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewann 0,55 Prozent.

Die Papiere von PSA bauten ihren Vortagsgewinn von knapp 3 Prozent um weitere 0,54 Prozent aus. Zum Wochenstart hatte der französische Autohersteller die Übernahme der General-Motors-Europatöchter Opel und Vauxhall bekannt gegeben. Beim italienisch-amerikanischen Rivalen Fiat Chrysler reichte es indes nur für ein knappes Plus, obwohl Unternehmenschef Sergio Marchionne Volkswagen als möglichen Kaufinteressenten ins Spiel brachte.

Michelin-Titel stiegen um 0,61 Prozent. Sie profitierten von einer Meldung der Finanzaufsicht Frankreichs, wonach die US-Fondsgesellschaft Blackrock ihren Anteil an dem französischen Reifenhersteller auf etwas mehr als 5 Prozent erhöht hat.

Dagegen wurde der Index der Pharmaunternehmen von der negativen Branchenstimmung in den USA angesteckt und verlor 1,05 Prozent. Hier belastete eine neue Twitter-Meldung von US-Präsident Donald Trump, in der er den Amerikanern mehr Wettbewerb in der Pharmabranche und niedrigere Kosten für Medikamente in Aussicht stellte. Zudem legte Trumps Partei der Republikaner einen Gesetzentwurf vor, mit dem die Gesundheitsreform von Trump-Vorgänger Barack Obama rückgängig gemacht und durch ein neues System ersetzt werden soll.

Unilever-Titel setzten dank einer positiven Studie ihren Höhenflug fort: Mit 45,21 Euro kosteten die Aktien des Konsumgüterherstellers im Handelsverlauf so viel wie nie zuvor - zum Schluss behaupteten sie ein Plus von 0,68 Euro auf 44,90 Euro.

Analyst Jeff Stent von der französischen Bank Exane BNP hatte das Unilever-Kursziel von 44 auf 53 Euro angehoben, weil er beträchtliches Aufwärtspotenzial sieht. Die Geschwindigkeit, mit der Unilever nach der Ablehnung der Übernahme und dem Rückzug von Kraft Heinz eine Strategieüberprüfung angekündigt habe, lasse grosse Ernsthaftigkeit erkennen. Alles werde im April auf den Prüfstand gestellt: das Portfolio, die Organisation, die Kostenstruktur und die Bilanz, lobte der Experte./gl/he

(AWP)