Aktien Europa Schluss: Banken und Öl belasten

PARIS/LONDON (awp international) - Die wichtigsten Börsen Europas haben am Montag nach einem zunächst freundlichen Start ihre Gewinne rasch abgegeben und den Handel schliesslich klar im Minus beendet. Anleger zeigten sich von den Stresstest-Ergebnissen enttäuscht, die die Europäische Bankenaufsicht am späten Freitagabend vergangener Woche veröffentlicht hatte. Zudem trübte die erneute Talfahrt der Ölpreise die Stimmung.
01.08.2016 18:35

Der EuroStoxx 50 verlor am Montag 0,78 Prozent auf 2967,31 Punkte. Der französische CAC-40-Index sank um 0,69 Prozent auf 4409,17 Zähler. Für den britischen FTSE-100-Index ging es um 0,45 Prozent auf 6693,95 Punkte abwärts. Die Banken- und die Ölbranche waren europaweit die schwächsten mit Abschlägen von jeweils 1,79 Prozent.

Die Industriestimmung im Euroraum hatte sich nach dem Brexit-Referendum im Juli etwas weniger als zunächst gemeldet eingetrübt. "Trotz der leichten Verlangsamung bleibt die Industrie in der Eurozone auf moderatem Wachstumskurs", kommentierte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson die Umfrageergebnisse. In Grossbritannien war die Stimmung in der Industrie dagegen stärker als erwartet eingebrochen.

Im Fokus der Anleger standen nach den Stresstest-Ergebnissen der Bankenaufsicht (EBA) und der Europäischen Zentralbank (EZB) vor allem Bankaktien. Zudem war ein Rettungsplan für die ins Wanken geratene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (BMPS) vorgelegt worden, deren Aktienkurs um 0,58 Prozent vorrückte.

Unter den Bankenwerten im Eurostoxx war das Minus von 9,40 bei den Papieren von Unicredit am grössten. Damit waren sie zugleich das Schlusslicht in dem Leitindex. Marktbeobachter verwiesen auf das unterdurchschnittliche Abschneiden der Bank, die in Italien als besonders systemrelevant gesehen wird. Die Aktien der BBVA , der Societe Generale und von Intesa SanPaolo verloren jeweils deutlich mehr als 3 Prozent.

Unter die sehr schwachen Bankenwerte mischten sich auch die Aktien des französischen Industriegase-Herstellers Air Liquide , die um 2,42 Prozent nachgaben. Der Konzern hatte die Anleger im ersten Halbjahr mit seinem stärker als erwartet gesunkenen operativen Gewinn enttäuscht.

Im CAC 40 hatten die Papiere von Veolia nach Veröffentlichung von Halbjahreszahlen und bestätigten Jahreszielen zunächst bis auf 20,605 Euro zugelegt. Zum Handelsschluss standen die Titel des Abfallwirtschaftsunternehmens aber nur noch 0,15 Prozent höher bei 19,89 Euro./ajx/he

(AWP)