Aktien Europa Schluss: Erholung - Euroschwäche und Wall-Street-Stärke

Nach einem schwachen Wochenauftakt haben Europas Börsen am Dienstag einen Erholungsversuch unternommen. Der wieder schwächelnde Eurokurs stützte dabei. Nach einem freundlichen Start erhielten die Aktienmärkte zudem am Nachmittag dank Kursgewinnen an der Wall Street einen weiteren Schub nach oben.
22.08.2017 18:22

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 ging mit einem Plus von 0,94 Prozent auf 3'455,59 Punkte aus dem Handel. Der französische CAC-40 gewann 0,87 Prozent auf 5'131,86 Punkte und der britische FTSE 100 stieg um 0,86 Prozent auf 7'381,74 Zähler. Der Eurokurs fiel nach seinem Vortageshoch bei 1,1828 US-Dollar auf zuletzt 1,1768 Dollar. Am Montag hatte der starke Anstieg der Gemeinschaftswährung wegen Sorgen um Auswirkungen auf das Exportgeschäft die Börsen belastet.

Die Chemiebranche und die Bergbau-Unternehmen hatten an diesem Tag die Nase vorn und legten mit jeweils 1,7 Prozent am deutlichsten zu. Minenwerte wurden dabei vor allem von steigenden Metallpreisen gestützt. Der Kupferpreis setzte seine Rally fort. Einziger Sektor Europas mit Kursverlusten war der der Finanzdienstleister. Er gab knapp ein halbes Prozent ab.

Auslöser dafür war der heftige Kurseinbruch der Aktien des Kreditanbieters Provident Financial in London. Anleger zogen angesichts einer weiteren Gewinnwarnung infolge fortgesetzter Schwierigkeiten beim Firmenumbau die Reissleine. Die Kurs brach um etwas mehr als 66 Prozent ein.

Der Anbieter von sogenannten Subprime Loans - also von Krediten für Kunden mit geringer Bonität - leidet unter der Neuaufstellung des Vertriebsnetzes. Bereits im Juni war das Unternehmen beim Jahresausblick vorsichtiger geworden, hatte aber eine Normalisierung der Geschäfte in Aussicht gestellt.

Die Papiere von Tesco legten dagegen an der Spitze des FTSE 100 um 4,10 Prozent zu. Monatlichen Erhebungen der Marktforscher Kantar Worldpanel und Nielsen zufolge hat der Lebensmittelhändler beim Absatz zuletzt stark abgeschnitten. Von den vier Branchengrössen Tesco, Morrisons, Sainsbury's und Asda sei Tesco am stärksten gewachsen, schrieb das Researchhaus Shore Capital Markets in einer Branchenstudie. Der Analyst Bruno Monteyne von Bernstein rechnet damit, dass sich die Stärke von Tesco auch in den künftigen Quartalsberichten widerspiegeln wird.

BHP Billiton gewannen nach der Vorlage von Geschäftsjahreszahlen 2,09 Prozent. Analysten sprachen von positiven Überraschungen. Im Fokus der Anleger standen vor allem der geplante Verkauf des US-Schieferölgeschäfts und die Verschiebung eines Kaliprojekts in Kanada. Die Anteile des Wettbewerbers Antofagasta stiegen um 1,99 Prozent.

Im EuroStoxx 50 standen legten die Anteilscheine des Ölkonzerns Total um 1,50 Prozent zu. Die schweizerische Grossbank UBS hatte die Titel nach der angekündigten Übernahme des Ölgeschäfts von Moeller-Maersk von "Neutral" auf "Buy" angehoben. Der Kaufpreis von 7,5 Milliarden US-Dollar erscheine vernünftig, schrieb Analyst Jon Rigby.

ck/he

(AWP)