Aktien Europa Schluss: EuroStoxx im Aufwind - Ibex aber auf Talfahrt

Die äusserst behutsamen geldpolitischen Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) und die damit einhergehende Euro-Schwäche haben den europäischen Börsen am Freitag weiter Auftrieb gegeben. Quartalsberichte trugen ebenfalls ein wenig zur guten Stimmung unter den Anlegern bei, während die weiter zugespitzte Katalonien-Krise nur am spanischen Aktienmarkt merkliche Belastungen nach sich zog.
27.10.2017 18:21

Der EuroStoxx 50 legte letztlich 0,41 Prozent auf 3652,23 Punkte zu, während der Euro unter die Marke von 1,16 US-Dollar fiel. Gegen Mittag hatte der Leitindex der Eurozone bei exakt 3670 Punkten den höchsten Stand seit August 2015 erreicht. Auf Wochensicht hat er nun 1,3 Prozent gewonnen - vor allem wegen seiner kräftigen Kursgewinne vom Vortag, als die EZB eine nur langsame Rückführung ihrer lockeren Geldpolitik beschlossen hatte.

Auf Länderebene ging es für den Cac 40 in Paris um 0,71 Prozent auf 5494,13 Zähler nach oben. Der Londoner FTSE 100 legte moderat um 0,25 Prozent auf 7505,03 Punkte zu. Eine negative Ausnahme war der 1,5 Prozent schwächere Ibex in Spanien. Während der Senat in Madrid eine Entmachtung der katalanischen Regionalregierung billigte, wurde im Parlament in Barcelona ein Prozess zur Loslösung von Spanien auf den Weg gebracht.

Unter den Einzelwerten zeigten sich angesichts der politischen Unsicherheiten auf der iberischen Halbinsel die spanischen Finanzwerte von ihrer schwachen Seite. BBVA verloren als Schlusslicht im EuroStoxx 2,60 Prozent und Santander gaben um 2 Prozent nach. Eine gute Quartalsbilanz der BBVA rückte dabei in den Hintergrund. Auch die Papiere des spanischen Telekomkonzerns Telefonica büssten 1,22 Prozent ein.

In der Schweiz standen die Anteile der UBS mit besser als prognostiziert ausgefallenen Zahlen im Fokus. Nach festem Start verloren sie aber 0,76 Prozent - ausgehend von einem erhöhten Niveau. In den ersten Handelsminuten hatten sie noch ein neues Jahreshoch markiert, dann setzten Gewinnmitnahmen ein.

Auch in Frankreich richteten sich die Blicke auf Resultate. Nachdem der Zementhersteller LafargeHolcim die Messlatte für die Jahresziele etwas tiefer setzte, ging es für seine Aktien um 0,87 Prozent nach unten. Titel des Baustoffkonkurrenten Saint-Gobain verloren sogar 1 Prozent. Hier sorgte die Kostenentwicklung für Verstimmung.

Die Aktien des Ölkonzerns Total und des Rüstungsunternehmens Safran hingegen standen in Paris mit Kursgewinnen von jeweils 1,5 Prozent auf der Sonnenseite. Total meldete einen kräftigen Gewinnsprung und Safran schraubte seine Umsatzprognose für 2017 hoch. Die Titel von Unibail Rodamco stiegen ausserdem um 2 Prozent, nachdem der Immobilienkonzern ein Umsatzplus gemeldet hatte.

In Italien büssten die Papiere von Eni 1,22 Prozent ein und gehörten so neben spanischen Aktien zu den grössten EuroStoxx-Verlierern. Sie litten darunter, dass der Ölkonzern im dritten Quartal beim operativen Ergebnis schlechter abschnitt, als Analysten dies vorausgesagt hatten.

Am britischen Aktienmarkt sorgten IAG trotz eines angehobenen operativen Gewinnausblicks mit einem Kursrutsch um 7 Prozent für Aufsehen. Die Aktie beendete ihren jüngsten Höhenflug mit Gewinnmitnahmen. Papiere von Fluggesellschaften standen europaweit bei Anlegern nicht hoch im Kurs: Auch für die Aktien von Easyjet und Air France-KLM ging es jeweils um mehr als 3 Prozent nach unten./tih/stb

(AWP)