Aktien Europa Schluss: EuroStoxx leicht im Minus - Londons Börse legt zu

Nach einem sehr freundlichen Vortag sind die meisten europäischen Aktienmärkte am Freitag nur mit geringen Veränderungen aus dem Handel gegangen. Grundsätzlich sorgten zwar die Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump, etwa zum Thema Steuern, für eine gute Stimmung, doch zu viel Euphorie sei unangebracht, warnte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Market. "Am Ende werden wir von einem grossen Vakuum sprechen, wenn der neue Präsident die Versprechen, die er gibt, nicht hält."
10.02.2017 18:23

Der EuroStoxx 50 sank um 0,21 Prozent auf 3270,83 Punkte, womit sich der Leitindex der Eurozone im Wochenverlauf letztlich kaum vom Fleck bewegte. In Paris legte der CAC-40 vor dem Wochenende um minimale 0,04 Prozent auf 4828,32 Punkte zu. Der Londoner FTSE 100 rückte um 0,40 Prozent auf 7258,75 Punkte vor und gewann damit im Wochenverlauf 1 Prozent.

Während Bankenwerte europaweit an diesem Tag geschmäht wurden, waren Rohstoffaktien stark gefragt. Hier sorgten vor allem die Geschäftszahlen des weltgrössten Stahlherstellers ArcelorMittal für gute Laune. Dank einer deutlichen Preiserholung hatte der Konzern 2016 - nach vier Verlustjahren in Folge - erstmals wieder Geld verdient. Das gab den Aktien des Thyssenkrupp-Konkurrenten im Cac 40 Auftrieb. Sie schnellten um etwas mehr als 9 Prozent nach oben.

Die Papiere von Renault profitierten von einer hohen Nachfrage nach Geländelimousinen im abgelaufenen Jahr. Umsatz und bereinigtes operatives Ergebnis des französischen Autobauers hatten sich deutlich verbessert, was der Aktie ein Plus von 1,23 Prozent bescherte.

Der Kering-Konzern überzeugte ebenfalls mit einem kräftigen Wachstum im vergangenen Jahr. Vor allem die Zuwächse bei seinen Luxusmarken Yves Saint Laurent und Gucci sowie beim Sportwarenhersteller Puma überzeugten die Anleger. Kering-Anteile gewannen 2,63 Prozent.

Den Aktionären des Kosmetikkonzerns L'Oreal reichte indes eine erwartungsgemässe Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr nicht aus. Die Papiere fielen um 2,24 Prozent. In fast allen Bereichen war es für die Franzosen gut gelaufen, lediglich bei der Kosmetikprodukt-Ladenkette The Body Shop waren die Erlöse gesunken. Hier prüft der Konzern "strategische Optionen".

In London waren die Aktien von Reckitt Benckiser Schlusslicht im FTSE 100 und büssten rund 3 Prozent ein. Der britische Konsumgüterkonzern macht mit der milliardenschweren Übernahme des Babynahrungsherstellers Mead Johnson Ernst. Der Hersteller von Clearasil, Kukident und Calgon bietet für das US-Unternehmen insgesamt 16,6 Milliarden US-Dollar (rund 15,5 Mrd Euro)./ck/he

(AWP)