Aktien Europa Schluss: Gewinne - Furcht vor Finanzkrise verringert

PARIS/LONDON (awp international) - Eine abebbende Furcht vor einer neuen Finanzkrise hat dem EuroStoxx 50 am Freitag letztlich Rückenwind verliehen. Der Leitindex der Eurozone schloss 0,36 Prozent höher bei 3'002,24 Punkten. Am Vormittag hatten noch Negativ-Schlagzeilen zur Deutschen Bank die Anleger verschreckt: Das Börsenbarometer war um mehr als 2 Prozent eingeknickt. Ein Medienbericht, wonach bestimmte Hedgefonds teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen bei der Deutschen Bank reduziert hätten, hatte die Anleger verunsichert. Analysten nahmen den Finanzkonzern aber in Schutz.
30.09.2016 18:46

In der abgelaufenen Woche ging es für den EuroStoxx um 0,99 Prozent nach unten; die Bilanz für den September fällt ähnlich aus. Für das abgelaufene dritte Quartal ergibt sich indes mit einem Anstieg um 4,80 Prozent ein freundlicheres Bild.

Der französische CAC-40-Index gewann am Freitag 0,10 Prozent auf 4'448,26 Punkte. Der britische FTSE-100-Index erholte sich ebenfalls, verpasste aber den Sprung in die Gewinnzone. Er fiel um 0,29 Prozent auf 6'899,33 Punkte.

Hintergrund der guten Stimmung am Nachmittag war vor allem ein Medienbericht über eine womöglich günstiger als erwartet ausfallende Einigung der Deutschen Bank mit der US-Justiz für Vergehen mit Hypothekenpapieren aus Zeiten vor der Finanzkrise. Hinzu kamen positive Signale aus der US-Wirtschaft. Das Geschäftsklima in der Region Chicago sowie die Stimmung der Verbraucher im September hatten sich überraschend deutlich aufgehellt.

Die Aktie der Deutschen Bank schaffte denn auch mit einem Plus von mehr als 6 Prozent den Sprung an die Spitze des EuroStoxx, nachdem sie am Vormittag noch um rund 9 Prozent auf ein Rekordtief eingebrochen war. Auch die Aktien anderer Banken profitierten. Die Titel der italienischen Intesa SanPaolo stiegen um knapp eineinhalb Prozent, die der französischen BNP Paribas gewannen 0,80 Prozent und die Anteile der spanischen BBVA verteuerten sich um rund ein halbes Prozent.

Negativ stachen bei den Einzelwerten die Aktien des spanischen Telekomkonzerns Telefonica mit einem Minus von rund 4 Prozent hervor. Der spanische Telekomkonzern stoppte den geplanten Börsengang seiner Netzwerksparte Telxius vorerst, da die Nachfrage der Investoren nicht hoch genug gewesen sei. Telefonica peilt seit geraumer Zeit an, durch Anteilsverkäufe seine Schuldenlast zu senken.

Airbus-Chef Tom Enders strafft das Management des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns. Die Passagierjet-Sparte verschmilzt mit den Konzernstrukturen der Airbus Group zu einer neuen Gesellschaft. So will Enders den Boeing -Konkurrenten beweglicher machen, Doppelstrukturen abbauen und Kosten senken. Der Kurs der Airbus-Aktie stieg um rund 1 Prozent.

Mit Blick auf das europäische Branchentableau war der Index der Autowerte mit einem Plus von 1,05 Prozent am gefragtesten. Schlusslicht war der Index der Rohstoffaktien. Er büsste 1,04 Prozent ein./mis/tos

(AWP)