Aktien Europa Schluss: Gewinne zusammengeschmolzen, London im Minus

Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Mittwoch mit Ausnahme der Londoner Börse an ihre Erholungstendenz vom Vortag angeschlossen. Allerdings gaben sie am Nachmittag einen Grossteil ihrer Gewinne wieder ab. Marktbeobachter erklärten dies mit dem nachlassenden Schwung am New Yorker Aktienmarkt, wo vor allem Technologiewerte unter die Räder kamen.
29.11.2017 18:50

Der EuroStoxx 50 stand zum Handelsende nur noch mit 0,18 Prozent im Plus auf 3'590,06 Punkten. In Frankreich gewann der CAC-40-Index 0,14 Prozent auf 5'398,05 Punkte. Seit es Anfang des Monats überwiegend abwärts gegangen war für die Börsen Europas, hat seit Mitte November eine Stabilisierung eingesetzt. Mit einer deutlicheren Erholung tun sich die Indizes aber schwer.

In Grossbritannien ging es zur Wochenmitte für den FTSE 100 um 0,90 Prozent abwärts auf 7'393,56 Zähler. Hier belastete einerseits das zum US-Dollar und zum Euro wieder deutlich gestiegene Pfund, denn eine starke heimische Währung kann Exporte britischer Unternehmen belasten.

Zudem haben sich Medienberichten zufolge London und Brüssel im Streit um die Brexit-Schlussrechnung angenähert. Eine genaue Summe sei noch nicht festgelegt worden, werde aber je nach Auslegung zwischen 45 und 55 Milliarden Euro liegen, hiess es. Marktexperte David Madden von CMC Markets verwies zudem auf sinkende Kupferpreise, welche die im "Footsie" schwer gewichteten Minenwerte unter Druck gebracht hätten.

Technologiewerte gaben im Zuge der deutlichen Verluste an der New Yorker Nasdaq-Börse besonders stark nach. Der Tech-Index in der Stoxx-600-Branchenübersicht verlor 2,72 Prozent. Die Titel des Halbleiterindustrie-Ausrüsters ASML etwa sackten um 4,67 Prozent ab. Die Einzelhandelsbranche zeigte sich dagegen am stärksten. Der entsprechende Branchenindex gewann 1,74 Prozent.

Unter den Einzelwerten gewannen im EuroStoxx die Aktien der spanischen Bank BBVA 1,99 Prozent. Sie verkauft Immobilien im Wert von rund 4 Milliarden Euro an den US-Investor Cerberus.

Für die Anteile von Philips Lighting ging es um 5,38 Prozent abwärts, während die von Philips um 1,05 Prozent nachgaben. Der Elektro- und Gesundheitstechnikkonzern verkaufte ein zwölfprozentiges Paket an Philips-Lighting-Aktien und ist so der geplanten kompletten Trennung von seinem Lichtgeschäft einen grossen Schritt näher gekommen.

In London standen zudem die Papiere der London Stock Exchange (LSE) im Blick. Zunächst deutlich tiefer, gewannen sie am Ende des Tages 0,13 Prozent. Der Chef des Börsenbetreibers, Xavier Rolet, tritt mit sofortiger Wirkung zurück und damit früher als geplant.

Die Aktien des französischen Autobauers PSA büssten 3,94 Prozent ein. Einem Medienbericht zufolge will PSA wegen der CO2-Emissionen bei Opel offenbar mehr als 500 Millionen Euro von General Motors (GM) zurückverlangen. Die Franzosen seien der Ansicht, dass sie über Opels Emissions-Strategie getäuscht worden seien. "Kein Kommentar von unserer Seite", teilte ein PSA-Sprecher auf Anfrage in Paris mit. PSA hatte Opel in diesem Jahr von GM übernommen./ajx/she

(AWP)