Aktien Europa Schluss: Indizes erholen sich - Starke Briten-Zahlen

Nach ihrem jüngsten Rückschlag haben sich die europäischen Aktienmärkte am Dienstag auf Erholungskurs begeben. Der EuroStoxx 50 stieg letztlich um 0,81 Prozent auf 3477,39 Punkte. Für etwas Erleichterung sorgte, dass der Eurokurs auf seinem höchsten Stand seit Januar 2015 nicht weiter anzog, sondern zuletzt wieder knapp unter der Marke von 1,18 US-Dollar zurückkehrte.
01.08.2017 18:36

Etwas Rückenwind gaben dem Markt auch Konjunkturdaten aus Europa. Ausgehend vom höchsten Wert seit rund sechs Jahren hatte sich die Stimmung in den Industriebetrieben des Euroraums zwar leicht verschlechtert, sie deutet aber weiterhin auf eine robuste Verfassung in der Industrie hin. Dies zeigte sich auch beim Bruttoinlandsprodukt, das in der EU im zweiten Quartal um 0,6 Prozent zum Vorquartal gestiegen war.

Gut aufgenommene Quartalsberichte kamen am Dienstag in erster Linie aus Grossbritannien. Der Londoner FTSE 100 stieg vor diesem Hintergrund um 0,70 Prozent auf 7423,66 Punkte, während es für den CAC-40 in Paris in ähnlichem Masse um 0,65 Prozent auf 5127,03 Punkte nach oben ging. In der Schweiz fand wegen des Nationalfeiertags kein Handel statt.

Unter anderem wusste der Ölkonzern BP in London mit seinen Zahlen zu begeistern. Die Briten hatten im zweiten Quartal mehr Gewinn erzielt als erwartet. UBS-Analyst Jon Rigby sprach daraufhin von einer deutlichen Überraschung. Die Aktie legte um 2,39 Prozent zu. Der gesamte europäische Sektor profitierte davon mit einem Anstieg seines Teilindex um rund 1 Prozent.

In den Schatten gestellt wurde dies aber von den Rolls-Royce-Aktien , die an der Spitze des FTSE 100 nach einem verdoppelten Halbjahresgewinn um mehr als 10 Prozent anzogen. Das Analysehaus Liberum lobte die Zwischenbilanz des Triebwerksbauers als deutlich besser als erwartet. Für Marktbeobachter David Madden von CMC Markets war die verbesserte Effizienz des Unternehmens ermutigend.

Auch der Hedgefonds-Anbieter Man Group übertraf mit seinen Zahlen die Erwartungen, was die Aktie in London um mehr als 5 Prozent steigen liess.

In Mailand standen die im Handelsverlauf vorgelegten Zahlen von Intesa Sanpaolo im Mittelpunkt. Die italienische Grossbank hatte dank staatlicher Hilfen für die Übernahme zweier Krisenbanken im zweiten Quartal einen Milliardengewinn eingefahren. Letztlich war dies aber kein Kurstreiber: am Ende stand nur ein kleines Plus von 0,14 Prozent auf der Kurstafel.

Europaweit waren die Blicke auch auf die Autobranche gerichtet - mitunter wegen US-Absatzzahlen, aber auch mit dem Nachrichtenfluss bei Einzelwerten. Nachdem die Opel-Übernahme nun in trockene Tücher gebracht wurde, stiegen die PSA-Aktien in Paris um 0,74 Prozent. Damit entsteht der nach Volkswagen zweitgrösste Autokonzern Europas mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent.

Das Interesse galt aber auch den Anteilen von Ferrari , die in Mailand um mehr als 4 Prozent stiegen. Der Sportwagenbauer plane als Teil seiner Expansionsstrategie ein geräumiges Mehrzweckfahrzeug, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg aus dem Umfeld des Unternehmens. Dies sei ein weiterer Schritt, um aus dem Nischensegment herauszukommen und den Gewinn bis 2022 zu verdoppeln, hiess es.

Zu den Favoriten in Paris zählten die Airbus-Aktien , die nach einer Empfehlung der Deutschen Bank um 2 Prozent anzogen. Die Strategen zählen die Papiere zu ihren europäischen "Fresh Money Ideas", also den stärksten Investmentideen für die kommenden zwölf Monate. Analyst Ben Fidler hält die Aktien des Flugzeugbauers im Vergleich zum US-Konkurrenten Boeing für attraktiv bewertet./tih/he

(AWP)