Aktien Europa Schluss: Klare Gewinne - Euro-Rückschlag nach US-Jobdaten

Die europäischen Börsen haben am Freitag einen Gang höher geschaltet. Der EuroStoxx 50 schaffte es am Nachmittag deutlich ins Plus, als positive Arbeitsmarktdaten aus den USA veröffentlicht wurden. Er stieg am Ende um 1,18 Prozent auf 3507,41 Punkte. Zwischenzeitlich hatte der Leitindex der Eurozone bei 3515,54 Zählern seinen höchsten Stand seit zwei Wochen erreicht. Durch den Anstieg sicherte er sich im Wochenverlauf einen Zugewinn in ähnlicher Grösse.
04.08.2017 18:25

Mit einem stärker als erwarteten Beschäftigungsanstieg und einer Arbeitslosenquote auf dem tiefsten Stand seit 16 Jahren hatte sich der US-Jobmarkt im Juli weiter in robuster Verfassung gezeigt. Dies stützte den Dollarkurs und nahm umgekehrt dem Euro den Wind aus den Segeln, der die Gemeinschaftswährung zuletzt auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren getrieben hatte. Anleger reagierten erleichtert, nachdem sie sich verstärkt Sorgen um die verteuernde Wirkung für europäische Exporte gemacht hatten.

Auch beim französischen CAC-40 wirkte sich dies klar positiv aus: Er rückte am Freitag um 1,42 Prozent auf 5203,44 Punkte vor. Der britische Leitindex FTSE 100 konnte derweil nicht ganz Schritt halten. Er gewann ein halbes Prozent auf 7511,71 Punkte.

In dem positiven Marktumfeld gab es in der Sektortabelle keinen einzigen Verlierer. Hinten anstellen mussten sich die Immobilienwerte mit dem kleinsten Aufschlag von 0,38 Prozent. Neben den Banken- und Baubranchen schlugen sich vor allem die Sektoren Reise und Freizeit sowie Lebensmittel und Getränke mit Anstiegen jenseits der 1-Prozent-Marke am Besten. Wie schon am Vortag führten aus letzterer Branche Danone den EuroStoxx an. Sie gewannen 3,66 Prozent.

Unternehmensseitig standen vor allem die Resultate von Swiss Re im Blick. Wirbelsturm "Debbie", der starke Konkurrenzkampf und ausbleibende Sondergewinne hatten dem schweizerischen Rückversicherer im ersten Halbjahr einen überraschend starken Gewinneinbruch eingebrockt. Die Aktie büsste rund 3 Prozent ein und war so das Schlusslicht im schweizerischen Leitindex SMI .

In London sprangen Royal Bank of Scotland nach dem vorgelegten Geschäftsbericht um rund 2 Prozent hoch. Bei der verstaatlichten Grossbank mehrt sich die Hoffnung auf bessere Zeiten: Nachdem das Sorgenkind der Branche zum Jahresauftakt erstmals seit langer Zeit keinen Verlust verbucht hatte, stand nun auch im zweiten Quartal ein Gewinn in den Büchern. Er fiel zudem grösser aus als erwartet.

Klar übertrumpft wurden die RBS-Papiere im "Footsie" aber von Merlin Entertainment, die nach Zahlen um fast 6 Prozent anzogen und so zur guten Stimmung im Reise- und Freizeitsektor beitrugen. Der für seine Freizeitattraktionen bekannte Konzern zeigte sich zuversichtlich, dass er negative Auswirkungen am britischen Heimatmarkt durch Terrorangst mit seinen internationalen Aktivitäten abfedern kann./tih/he

(AWP)