Aktien Europa Schluss: Kurse schwächeln nach jüngster Rally

PARIS/LONDON (awp international) - Europas wichtigste Börsen haben am Donnerstag ihre Gewinne nicht festhalten können und letztlich moderat nachgegeben. In London ging es sogar deutlich nach unten. Damit endete zunächst die jüngste Rally, die schon vor Donald Trumps Überraschungssieg bei der US-Präsidentschaftswahl eingesetzt hatte.
10.11.2016 18:42

Nach einem starken Handelsstart bröckelte das Kursplus beim EuroStoxx 50 immer weiter ab. Selbst ein Rekordhoch beim wichtigen US-Aktienindex Dow Jones Industrial half dem Leitindex der Eurozone nicht auf die Sprünge - zum Schluss notierte er 0,32 Prozent schwächer bei 3046,59 Punkten.

Der französische CAC-40-Index verlor 0,28 Prozent auf 4530,95 Punkte. Für den britischen FTSE 100 ging es um 1,21 Prozent auf 6827,98 Punkte bergab. Dieses Börsenbarometer hatte sich allerdings seit Jahresbeginn deutlich besser entwickelt als alle anderen europäischen Indizes.

Im Branchenvergleich gehörten Versicherungen, Banken und Rohstoffkonzerne zu den Favoriten der Anleger: Die Subindizes im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewannen zwischen zwei und drei Prozent. Diese Papiere könnten im Zuge des Wahlsiegs von Trump von einem geringeren Regulierungsdruck beziehungsweise höheren Investitionen in die Infrastruktur profitieren.

Bei einigen Finanzunternehmen sorgten zudem gute Geschäftszahlen für Auftrieb. Im Ringen um ein dickeres Kapitalpolster hatte die angeschlagene italienische Grossbank Unicredit im dritten Quartal Fortschritte gemacht. Die Aktien gewannen fast drei Prozent.

Gute Nachrichten kamen auch aus der Versicherungsbranche. Der schweizerische Versicherer Zurich hatte weiter vom Umbau der Schadenversicherungssparte und von guten Geschäften mit Altersvorsorgeprodukten profitiert. Die Aktien honorierten dies mit einem Plus von 0,58 Prozent.

In Mailand schlossen die Papiere von Generali nach anfänglichen Verlusten kaum verändert. Das schwere Erdbeben in Italien hatte Europas drittgrössten Versicherer im Sommer kaum erschüttert.

Die Anteilsscheine von Vivendi setzten sich mit einem Plus von knapp neun Prozent an die EuroStoxx-Spitze. Der französische Medien- und Musikkonzern hatte im dritten Quartal von einem starken Musikgeschäft profitiert. Der bereinigte Überschuss übertraf die Erwartungen deutlich.

Schlusslicht im Eurozonen-Leitindex war dagegen der Strom- und Gaskonzern Engie, dessen Papiere fast acht Prozent einbüssten. Die Franzosen kämpfen wie viele Wettbewerber mit sinkenden Strompreisen und sind deshalb für ihre Gewinnaussichten nun etwas pessimistischer als zuvor.

In London enttäuschten die Umsatzzahlen des Pharmakonzerns Astrazeneca - die Aktien verloren knapp vier Prozent./gl/he

(AWP)