Aktien Europa Schluss: Lahmer Handel - Banken im Fokus

PARIS/LONDON/MAILAND (awp international) - Einen Tag nach dem Jahreshoch im EuroStoxx 50 haben Europas wichtigste Aktienmärkte wieder etwas nachgegeben. Der Eurozonen-Leitindex pendelte am Mittwoch in einer sehr engen Spanne und schloss mit einem Abschlag von 0,26 Prozent auf 3270,75 Punkten. Börsianer sprachen von einem ausgesprochen ruhigen Vorweihnachtshandel.
21.12.2016 18:45

Der CAC 40 gab in Paris um 0,33 Prozent auf 4833,82 Punkte nach. Der britische FTSE 100 ging mit minus 0,04 Prozent auf 7041,42 Punkte so gut wie unverändert aus dem Handel.

Im Fokus stand der Bankensektor nach negativen Nachrichten aus Italien und Spanien. So wurden in Mailand die Aktien der angeschlagenen toskanischen Traditionsbank Monte dei Paschi zeitweise wegen hoher Kursverluste vom Handel ausgesetzt. Am Ende des Tages stand ein Minus von rund 12 Prozent zu Buche. Die Lage bei dem ältesten Geldhaus der Welt spitzt sich zu. Einen Tag vor dem Ende des Verkaufs neuer Aktien, der die Bank mit frischem Geld versorgen und Staatshilfe abwenden soll, erklärte das Institut, dass ihm das Geld früher ausgeht als gedacht. Die flüssigen Mittel könnten nur noch für vier Monate reichen, hiess es.

Unterdessen billigte das Parlament die Regierungspläne für neue Schulden angesichts der sich verschärfenden Bankenkrise. Die Papiere des italienischen Kreditinstituts Intesa Sanpaolo , dem es im Vergleich zu vielen italienischen Wettbewerbern noch recht gut geht, beendeten den Handel mit plus 0,08 Prozent. Die Unicredit-Anteile gewannen gar 1,29 Prozent.

Spanische Kreditinstitute müssen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) wegen unrechtmässiger Zins-Klauseln in Verträgen zu Hypothekendarlehen Milliarden an Kreditnehmer zurückzahlen. Die BBVA-Papiere rutschten um 0,92 Prozent ab, die Aktien von Banco Santander verloren 0,44 Prozent. Beide Papiere reduzierten aber im späten Handel ihre Verluste merklich.

Spitzenwert im Eurostoxx waren die Volkswagen-Aktien mit plus 1,87 Prozent, nachdem der Autobauer im Diesel-Skandal einen Kompromiss mit den US-Behörden erzielt hatte.

Im Schweizer SMI-Index waren die Titel von Actelion der Tagessieger mit plus 6,44 Prozent. Für die wieder verbesserte Stimmung nach dem Vortagesrutsch sorgte zunächst eine Pressemeldung, wonach in den Übernahmegesprächen mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi Fortschritte erzielt worden seien. Nachbörslich meldete der Konzern dann exklusive Gespräche mit Johnson & Johnson (J&J) aus den USA./ajx/jha/

(AWP)