Aktien Europa Schluss: Moderate Gewinne - Keine Angst vor EZB-Sitzung

Die zuletzt lethargischen Börsen Europas haben am Mittwoch etwas zugelegt. Neben guten Konjunkturdaten stützte die Aussicht auf weiter niedrige Zinsen die Aktienkurse: Auf ihrer Sitzung am Donnerstag dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) Experten zufolge trotz der jüngst gestiegenen Inflation keine Abstriche an ihrer extrem lockeren Goldpolitik machen - damit blieben Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren attraktiv.
08.03.2017 19:25

Der EuroStoxx 50 schloss 0,13 Prozent höher bei 3'389,62 Punkten. In Paris ging es für den CAC-40-Index um 0,11 Prozent auf 4'960,48 Zähler hoch. Ebenfalls bergauf ging es in Madrid und Mailand. Lediglich der Londoner FTSE 100 gab um 0,06 Prozent auf 7'334,61 Punkte nach.

Während die spanischen Industrieunternehmen ihre Produktion im Januar etwas stärker als erwartet ausgeweitet hatten, hatte die deutsche Industrie nach dem überraschenden Dämpfer im Dezember für den Jahresanfang wieder einen Anstieg verzeichnet - dieser war allerdings von Experten schon erwartet worden. Zudem erhöhte das Forschungsinstitut Office for Budget Responsibility (OBR) trotz des angekündigte EU-Ausstiegs (Brexit) seine Prognose für das diesjährige britische Wirtschaftswachstum deutlich. Im europäischen Branchenvergleich hatten zur Wochenmitte die Bankentitel die Nase vorn: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewann 0,78 Prozent. Der Index der Reise und Freizeitunternehmen legte dank deutlich sinkender Ölpreise, welche etwas die Treibstoffkosten der Fluggesellschaften begünstigen, um 0,59 Prozent zu.

Schlusslicht in der Übersicht war dagegen der Index der Öl- und Gasunternehmen, der um 0,81 Prozent nachgab. Für den Index der Rohstoffunternehmen ging es angesichts rückläufiger Notierungen für Metalle um 0,63 Prozent bergab.

Im EuroStoxx 50 belegte der deutsche Sportartikelhersteller Adidas dank eines Kurssprungs von mehr als 9 Prozent nach guten Zahlen und optimistischen Wachstumsaussagen den ersten Platz. Dagegen büssten die Aktien von Eon am Indexende 3,63 Prozent ein, womit sie an ihre Vortagsverluste anknüpften. Kommende Woche legt der Energiekonzern Zahlen vor, Experten rechnen mit einem riesigen Verlust.

Die Papiere von Air France-KLM sprangen nach Verkehrszahlen für den Februar um 4,59 Prozent auf 7,176 Euro hoch und erreichten den höchsten Stand seit Juni 2016. Experten zufolge überzeugte die Fluggesellschaft vor allem mit ihren Passagierzahlen.

Dagegen büssten die gut gelaufenen Papiere des britischen Versicherers Legal & General 2,12 Prozent ein. Das Analysehaus Panmure und auch Shore Capital sprachen von ordentlichen und weitgehend im Rahmen der Erwartungen liegenden Zahlen./gl/he

(AWP)