Aktien Europa Schluss: Moderate Gewinnmitnahmen nach starker Woche

PARIS/LONDON (awp international) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben eine starke Woche am Freitag überwiegend etwas schwächer beendet. Moderate Gewinnmitnahmen bestimmten das Bild.
15.07.2016 18:48

Der EuroStoxx 50 schloss mit minus 0,15 Prozent auf 2958,65 Punkte, verzeichnete damit aber immer noch einen Wochengewinn von 4,3 Prozent. Ein solch deutliches Wochenplus hatte der Leitindex der Eurozone zuletzt im April 2016 verbucht. Der CAC-40-Index in Paris sank am Freitag um 0,30 Prozent auf 4372,51 Punkte. Für den Londoner FTSE-100-Index ging es hingegen um 0,22 Prozent auf 6669,24 Zähler nach oben.

Mehrere Marktbeobachter sagten, dass die an diesem Tag veröffentlichten, insgesamt eher starken Konjunkturdaten aus China und den USA etwas überschattet worden seien. Dabei verwiesen sie auf das Attentat in Nizza. Es habe zwar die Märkte nicht erschüttert, aber Betroffenheit ausgelöst. Am späten Donnerstagabend war ein 31-jähriger Tunesier mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gefahren und hatte mehr als 80 Menschen getötet.

Aktien aus dem Freizeit und Luftfahrtsektor standen besonders unter Druck. Mit minus 1,20 Prozent war diese Branche die schwächste in Europa, gefolgt vom Versicherungssektor mit minus 1,05 Prozent.

Die Bankenbranche zeigte sich nur minimal im Minus, hatte allerdings am Morgen noch das Branchentableau mit Gewinnen angeführt. Starke Quartalszahlen der US-Grossbank JPMorgan hatten zunächst gestützt. Am Nachmittag wurden aus den USA dann noch weitere Quartalsbilanzen von grossen US-Banken veröffentlicht.

Unter den Einzelwerten waren es diesmal die Aktien des schweizerischen Uhrenherstellers Swatch , die im Fokus standen. Nach Aussagen zur erwarteten Gewinnentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2016 büssten sie zeitweise prozentual zweistellig ein. Mit einem Minus von 7,77 Prozent beendeten sie den Tag. Swatch rechnet für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres mit einem Gewinneinbruch um bis zu 60 Prozent. Neben der verhaltenen Nachfrage nach Luxusuhren schmälern Swatch zufolge auch die hohen Personalkosten den Gewinn. Das drückte auch die Papiere des schweizerischen Luxusgüterherstellers Richemont , die mit einem Abschlag von 3,08 Prozent aus dem Handel gingen.

BP stiegen um 0,55 Prozent und reagierten damit kaum auf Neuigkeiten zur Umweltkatastrophe "Deepwater Horizon" im Jahr 2010. Die Explosion der Ölplattform kostet den britischen Ölkonzern insgesamt knapp 62 Milliarden US-Dollar, wie die vorläufige Abrechung des Konzerns ergab. Steuerliche Effekte drücken die Rechnung jedoch deutlich./ck/he

(AWP)