Aktien Europa Schluss: Moderate Verluste - Eurokurs zieht an (AF)

Europas Börsen sind am Freitag auf Berg- und Talfahrt gegangen. Im Fokus stand der Notenbanken-Gipfel in Jackson Hole und die Rede der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen, die sich allerdings nicht wie erhofft zur weiteren Zinsentwicklung oder dem geplanten Bilanzabbau äusserte. Das brachte den US-Dollar unter Druck und gab im Gegenzug wieder dem Eurokurs Auftrieb, der sich der Marke von 1,19 Dollar näherte. Eine starke Gemeinschaftswährung kann Exporte ausserhalb der Eurozone erschweren.
25.08.2017 18:33

Der EuroStoxx50 , Leitindex der Eurozone, gab letztlich um 0,18 Prozent auf 3'438,55 Punkte nach. Im Wochenverlauf stand damit ein kleines Minus von 0,2 Prozent zu Buche. Der französische CAC-40 ging mit minus 0,17 Prozent auf 5'104,33 Punkte ins Wochenende. Der britische FTSE 100 sank um 0,08 Prozent auf 7'401,46 Zähler.

Dass sich Yellen nicht zu den Zinsen äusserte wurde an den Börsen allgemein allerdings durchaus positiv gesehen. Nach Einschätzung von Paul Asworth, US-Analyst bei Capital Economics, könnte der bisher für Dezember erwartete nächste Zinsschritt in Frage stehen, falls der US-Kongress in Sachen Anhebung der Schuldenobergrenze zögere. Damit blieben Aktien nach wie vor attraktiver etwa im Verglich zu Anleihen.

Mit Spannung wird nun auf die nächste wichtige Rede gewartet: EZB-Präsident Mario Draghi wird gegen 21 Uhr MESZ sprechen, was dann am Montag die europäischen Börsen bewegen könnte. Hier wird auf Aussagen darüber gewartet, wie es in Zukunft mit dem billionenschweren Anleihekaufprogramm weiter geht. Zudem könnte nochmals der Eurokurs in den Blick rücken, falls Draghi die Stärke der Währung thematisiert. Seit Anfang April hat der Eurokurs zum Dollar um 12 US-Cent zugelegt.

Europaweit war unter den 19 Branchen die der Einzelhändler die schwächste mit minus 1,10 Prozent. Die angekündigten Preissenkungen bei der US-Biosupermarktkette Whole Foods durch den Online-Handelsgiganten Amazon belastete. So büssten etwa die Aktien von Ahold Delhaize etwas mehr als 6 Prozent ein und fielen auf den tiefsten Schlussstand seit Dezember 2014. Amazon hatte Whole Foods im Juni übernommen und will nun schon am Montag dort die Preise für Lebensmittel senken. Ahold Delhaize hatte im vergangenen Jahr fast zwei Drittel seines Konzernumsatzes in den USA erwirtschaftet.

Im FTSE 100 sprangen die Anteile von Provident Financial um etwas mehr als 22 Prozent hoch. Am Mittwoch waren sie nach einer neuerlichen Gewinnwarnung um rund 66 Prozent abgestürzt und hatten sich dann ab Donnerstag mit einem Plus von 13 Prozent wieder angefangen, zu erholen.

Die Papiere von Dixons Carphone beendeten den Tag nach einem über weite Strecken schwachen Verlauf mit einem Plus von knapp 1 Prozent. Der auf Mobilfunk- und Elektronikartikel spezialisierte Einzelhändler hatte am Donnerstag wegen schwacher Nachfrage auf dem britischen Heimatmarkt einen Gewinnrückgang für das laufende Geschäftsjahr in Aussicht gestellt, was die Aktie um mehr als 20 Prozent hatte einbrechen lassen.

Die Aktien des Baustoffkonzerns CRH waren nach einem knapp 4-prozentigen Vortagesgewinn nun zweitschwächster Wert im EuroStoxx 50 mit einem Minus von fast 3 Prozent. Mehrere Banken, darunter die UBS und die Societe Generale, hatte ihre Kursziele für die Aktie des irischen Unternehmens gesenkt.

ck/he

(AWP)