Aktien Europa Schluss: Schwacher Wochenauftakt wegen politischer Sorgen

Für Europas wichtigste Aktienmärkte hat die neue Börsenwoche mit Abschlägen begonnen. Mit einer erwarteten Weichenstellung im Brexit-Verfahren und der anstehenden Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident warfen wichtige Ereignisse ihre Schatten voraus. Anleger sorgten sich um die Perspektiven europäischer Unternehmen in den USA und Grossbritannien, hiess es am Markt. Der EuroStoxx 50 fiel am Montag um 0,90 Prozent auf 3294,53 Punkte - trotz eines Kursfeuerwerks bei den Aktien von Essilor , die von einer vermeldeten Fusion in der Brillenbranche profitierten.
16.01.2017 18:59

Auch an den Länderbörsen in Paris und London waren die Vorzeichen rot: Für den französischen Leitindex CAC-40 ging es um 0,82 Prozent auf 4882,18 Punkte nach unten. Inmitten von Brexit-Sorgen und einer davon ausgelösten Pfund-Schwäche schlug sich der britische FTSE 100 etwas besser als seine Indexkollegen. Nach einem früh erreichten Rekordstand bei 7354,14 Punkten ging aber auch ihm die Luft aus. Vor einer am Dienstag erwarteten wegweisenden Rede von Premierministerin Theresa May schloss er 0,15 Prozent tiefer bei 7327,13 Punkten. Er beendete damit eine beachtliche Serie von 14 freundlichen Handelstagen.

Im Branchenvergleich hielt sich einzig der Minensektor am Ende mit einem Plus von 0,57 Prozent über Wasser. Mit dem schwachen Pfund stützten Gewinne bei britischen Rohstoffwerten den Branchenindex. Rio Tinto etwa rückten im FTSE um mehr als 2 Prozent vor. Deutlich nach unten ging es hingegen für die Aktien von Versicherern und aus dem Bankensektor mit Abgaben bei den Branchenindizes von jeweils ungefähr 1,5 Prozent.

Deutlich unter Druck standen ausserdem Autowerte , nachdem Donald Trump am US-Markt mit hohen Strafzöllen gedroht hatte, falls die Fahrzeuge nicht in den Staaten produziert werden. Peugeot büssten in Paris fast 2 Prozent ein und Renault verloren 0,68 Prozent. Im Fokus standen beide französischen Autobauer auch wegen Aussagen der französischen Umweltministerin Segolene Royal, die weitere Untersuchungen von Diesel-Emissionen ankündigte.

Ein deutlicher positiver Ausreisser waren im EuroStoxx die Aktien von Essilor . Anleger durften sich hier über einen Satz nach oben um fast 12 Prozent freuen. Anlass dazu gab eine Milliardenfusion innerhalb der Brillenbranche mit dem weltgrössten Brillenhersteller Luxottica . Dessen Anteile rückten in Mailand um mehr als 8 Prozent vor./tih/he

(AWP)