Aktien Europa Schluss: Starker Euro und durchwachsene Zahlen belasten

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch einen Teil ihrer mühsam erarbeiteten Vortagsgewinne wieder eingebüsst. belastet von enttäuschenden Unternehmensberichten gaben schwache Bank- und Minenwerte am Ende eine klar negative Richtung für die wichtigsten Indizes vor - vor allem in den Ländern der Eurozone, wo Aktienwerte zusätzlich unter dem weiter anziehenden Eurokurs litten. Der EuroStoxx 50 fiel letztlich um 0,52 Prozent auf 3459,32 Punkte.
02.08.2017 18:41

Ein kurzes Aufbäumen am Nachmittag, als die US-Börsen mit einem neuerlichen Rekord beim Dow Jones Industrial und dessen Sprung über die Marke von 22 000 Punkten gestartet waren, war schnell wieder vorüber. Der Euro machte den Anlegern dabei einen Strich durch die Rechnung, als er erstmals seit Januar 2015 wieder über die Marke von 1,1850 US-Dollar stieg. Negativ wirkt sich dies vor allem deshalb aus, weil eine starke Gemeinschaftswährung die Exporte hiesiger Unternehmen verteuern kann.

Der CAC-40 sank vor diesem Hintergrund in Paris um 0,39 Prozent auf 5107,25 Zähler, während es für den britischen FTSE 100 nur um moderate 0,16 Prozent auf 7411,43 Punkte abwärts ging.

Im Bankensektor stand eine Serie von Unternehmensberichten im Mittelpunkt, die allesamt negative Kursreaktionen zur Folge hatten - und den Sektorindex mit fast 1 Prozent ins Minus drückten. In London sackten Standard Chartered um 6 Prozent ab, weil sich die britische Grossbank trotz operativer Fortschritte weiter nicht stark genug fühlt, um wieder eine Dividende auszuzahlen. Papiere der Societe Generale büssten in Paris runde 4 Prozent ein, weil die Franzosen weiter mit hohen Kosten für Rechtsstreitigkeiten kämpfen. ING gaben ausserdem in Amsterdam 1,26 Prozent ab.

Im Finanzbereich waren die Anteile von Generali mit einem Anstieg um 2,8 Prozent eine positive Ausnahme. Der italienische Versicherer verdiente im ersten Halbjahr dank eines guten Geschäfts im Schaden- und Unfallbereich etwas mehr als von Experten vermutet. Kepler-Analyst Peter Eliot sprach daraufhin sogar von "deutlich übertroffenen Erwartungen".

Schwäche zeigte im Sektorenvergleich auch der Bauwerte, wo Händler nach den am Vortag vorgelegten Resultaten von HeidelbergCement auf weiter überwiegenden Pessimismus und den negativen Effekt starker Währungen verwiesen. Die Titel des deutschen Zementherstellers fielen um mehr als 3 Prozent, gefolgt vom irischen Konkurrenten CRH mit mehr als 2 Prozent Minus.

Für die ebenfalls schwache Bergbaubranche, die vor allem im Londoner Leitindex FTSE vertreten ist, waren derweil die Zahlen von Rio Tinto eine Belastung. Dank einer Erholung bei den Rohstoffpreisen konnte der Minenkonzern zwar seinen Halbjahresgewinn um mehr als 150 Prozent steigern, er schnitt damit aber schlechter ab als seine Konkurrenten BHP und Vale. Die Rio-Tinto-Titel büssten in London 2,83 Prozent ein.

Ausserdem gehörten BAE Systems am britischen Markt mit minus 2,72 Prozent zu den grossen Verlierern - obwohl sie noch fest in den Handel gestartet waren. Experten sprachen bei dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern von einem guten Jahresstart. Belastend wirkten sich dann aber Sorgen um die Auftragslage beim Kampfflugzeug Eurofighter Typhoon aus, den BAE mitproduziert./tih/jha/

(AWP)